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Betrugsskandal bei der Société Générale : Mutmaßlicher Komplize des Spekulanten Kerviel festgenommen

  • Aktualisiert am

„Das kann er nicht allein getan haben”, sagten von Anfang an viele Fachleute über Kerviel. Hatte er einen Komplizen? Bild: AFP

Seit fünf Wochen sitzt der Händler Jérôme Kerviel in Haft, weil er die Großbank Société Générale um fast fünf Milliarden Euro betrogen haben soll. Immer wieder gab es Spekulationen, er könnte einen Komplizen gehabt haben. Jetzt hat die Polizei einen weiteren Händler vorläufig festgenommen.

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          Knapp zwei Monate nach Bekanntwerden des Skandals bei der Société Générale hat die französische Polizei einen weiteren Börsenhändler vorläufig festgenommen. Der Händler arbeite für eine Tochterfirma der Großbank und habe mit dem Hauptverdächtigen Jérôme Kerviel in Kontakt gestanden, teilte die Pariser Justiz am Mittwoch mit. Er werde nun in Polizeigewahrsam befragt. Zuvor soll die Polizei den Handelsraum der Société Générale durchsucht haben. Der weltweit größte Skandal dieser Art machte das 144 Jahre alte Traditionsinstitut zum Übernahmekandidaten.

          Die Ermittler wollten herausfinden, ob der Verdächtige zu Kerviels ungenehmigten Geschäften beigetragen habe, hieß es. Demnach handelt es sich aber nicht um den Händler der Tochterfirma Fimat, den die Polizei schon in Februar befragt hatte.

          Am Freitag entscheidet Gericht über Freilassung Kerviels

          Einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge arbeitet der Festgenommene für die Société-Générale-Aktienhandelssparte SG Securities. Laut dem Radiosender „Europe 1“ soll er in der Internetkontaktbörse Facebook als Freund Kerviels gelistet sein.

          Der 31 Jahre alte Kerviel ist seit fünf Wochen in Haft. Er soll der Société Générale durch seine Spekulationen einen Schaden von 4,91 Milliarden Euro verursacht haben. Am Freitag soll ein Gericht darüber entscheiden, Kerviel wieder auf freien Fuß zu setzen.

          Im Februar war schon einmal ein Pariser Broker für 48 Stunden zur Befragung über seine Kontakte zu Kerviel inhaftiert worden. Die Bank hingegen hat stets betont, dass Kerviel allein für die dubiosen Geschäfte verantwortlich sei.

          BNP-Übernahmegerüchte

          Der Aktienkurs von Société Générale hat seit dem Ende Januar aufgedeckten Handelsskandal rund 30 Prozent an Wert verloren. Seit längerem halten sich nun Spekulationen, dass unter anderem die größte französische Bank BNP Paribas Interesse an einer Übernahme haben könnte. BNP war 1999 mit einem Übernahmeversuch knapp gescheitert. Die Société Générale selbst hat allerdings wiederholt betont, eigenständig bleiben zu wollen.

          Die Zeitung „La Tribune“ berichtete am Mittwoch, BNP könne die Voraussetzungen für ein Übernahmeangebot im Mai darlegen. Dies könne wenige Tage vor der Hauptversammlung der Société Générale am 27. Mai geschehen, schrieb das Blatt ohne Angabe von Quellen. Die Hauptversammlung von BNP findet am 21. Mai statt. Ein Sprecher der Bank wollte zu dem Bericht nicht äußern.

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