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Betrug im Vorfeld des Börsengangs : Frühere Vorstände des Leuchtenherstellers Hess festgenommen

Lampen des Leuchtenherstellers Hess in Villingen-Schwenningen Bild: dpa

Knapp neun Monate nach dem Börsengang des kleinen Leuchtenherstellers Hess sind zwei frühere Vorstandsmitglieder in Haft genommen worden. Ihnen wird Betrug und Untreue vorgeworfen.

          Zwei frühere Vorstandsmitglieder des kleinen Leuchtenherstellers Hess sind in Haft genommen worden. Ihnen wird Betrug und Untreue vorgeworfen. Im Zusammenhang mit dem Börsengang des mittlerweile insolventen Unternehmens aus dem Schwarzwald sei durch die beiden Beschuldigten ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Weil Flucht- und Verdunkelungsgefahr bestehe, habe man die beiden Verdächtigen am Montag in ihren Privatwohnungen festgenommen, bestätigte die Staatsanwaltschaft Mannheim.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Zeitgleich habe es nochmals Durchsuchungen gegeben. Gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden Christoph Hess sowie gegen den damaligen Finanzvorstand Peter Ziegler ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Januar. Damals hatte der Aufsichtsrat die beiden fristlos entlassen, nachdem offenkundige Hinweise auf Bilanzmanipulationen im Zusammenhang mit dem Börsengang sich gehäuft hatten. Die Ermittlungen wurden mittlerweile auf 17 Personen ausgedehnt.

          Insgesamt geht es um einen Schaden von fast 10 Millionen Euro, der nach den Ermittlungen der Justiz entstanden ist: allein 4,5 Millionen Euro davon entfallen laut Staatsanwalt Peter Lintz auf zwei finanzierende Banken, die getäuscht worden seien über die wirtschaftliche Lage des Familienunternehmens. Weitere 3,63 Millionen Euro Schaden seien einem niederländischen Finanzdienstleister entstanden, der sich aufgrund geschönter Angaben im Börsenprospekt bei Hess stärker engagiert habe. Der Hess AG selbst soll ein Schaden von 1,13 Millionen Euro entstanden sein, weil die Beschuldigten auf trickreiche aber illegale Weise den Aktienverkauf ankurbeln wollten. Einem der beiden Verhafteten werden zahlreiche weitere Untreuevorwürfe gemacht, die im Zusammenhang mit Handwerkerrechnungen, Reinigungskosten und Flügen stehen.

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