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Eingliederung in ABN Amro : Bethmann Bank gibt deutsche Banklizenz zurück

Bethmann und ABN Amro zusammen in Frankfurt Bild: dpa

Der Verlust der Eigenständigkeit verlief schleichend. Jetzt geht Bethmann in der Niederlassung von ABN Amro auf. Für die Kunden soll sich nichts ändern. Dabei ist die Aufnahme in den Einlagensicherungsfonds der deutschen privaten Banken kein Selbstläufer.

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          Die Frankfurter Bethmann Bank, gegründet 1748 und mit Wurzeln des zugekauften Instituts Delbrück & Co bis in das Jahr 1712, verliert ihre rechtliche Eigenständigkeit. Läuft alles nach Plan wird Bethmann im vierten Quartal 2022 in die holländische Muttergesellschaft ABN Amro eingegliedert, gibt ihre deutsche Banklizenz zurück und operiert dann als Teil der Niederlassung von ABN Amro. Um die Einlagen der Kunden unverändert zu schützen, hat ABN nach Aussage der Pressesprecherin schon vor drei Jahren den Antrag gestellt, Vollmitglied im privaten Einlagensicherunsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken zu werden. Das ist wichtig, denn gesetzlich sind künftig von Holland aus ähnlich wie in Deutschland nur etwa 100.000 Euro je Kunde geschützt. Durch den frühzeitigen Antrag auf Vollmitgliedschaft im BdB sind aber im unwahrscheinlichen Fall der Bankinsolvenz mehrere Millionen Euro je Einleger gesichert, eine für reiche Bethmann-Kunden durchaus relevante Klippe umschifft ABN Amro somit. Die Eingliederung Bethmanns wirkt also durchaus von langer Hand vorbereitet.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Archibald Preuschat
          Redakteur in der Wirtschaft

          Die Umstrukturierung begründet Bethmann in einer Pressemitteilung mit Kosten- und Effizienzvorteilen, die sich auf einen hohen einstelligen Millionenbetrag im Jahr beliefen und „in Wachstum“ investiert werden sollten. Auch soll das Kreditgeschäft forciert werden, um frei werdende Liquidität zu nutzen. Man suche neue Mitarbeiter, auch ein neuer Standort sei denkbar, sagte die Sprecherin der F.A.Z. Mit 500 Mitarbeitern und 43 Milliarden Euro verwaltetem Kundenvermögen sieht sich Bethmann als Nummer drei hinter Commerzbank und Deutscher Bank im Private Banking; aber Rivalen wie Berenberg, Oddo-BHF und UBS liegen nach manchen Kriterien vor Bethmann.

          Der Verlust der Eigenständigkeit im ABN-Amro-Konzern, zu dem Bethmann seit 2004 gehört, verläuft seit Jahren schleichend: Unter dem damals neuen Chef Hans Hanegraaf hat die Bank 2018 ihren Stammsitz „Bethmann Hof“ verlassen und ist auf die „Marieninsel“ gegenüber der Deutschen Bank gezogen, wo auch Goldman Sachs residiert. Dort zogen die damals noch 560 Mitarbeiter erstmals mit denen aus dem Firmenkundengeschäft von ABN Amro zusammen. An der Zwei-Marken-Strategie hält man aber fest: ABN Amro fürs Firmenkundengeschäft, Bethmann fürs gehobene Privatkundengeschäft. Nun soll die Zusammenarbeit vertieft werden. „An unserer Betreuungsphilosophie, unserer Investmentkompetenz und unserer persönlichen Geschäftsbeziehung zu unseren Kundinnen und Kunden ändert sich nichts – sie werden unverändert aus den 14 Standorten der Bank von den gleichen Ansprechpartnern betreut wie bisher“, sagt Hanegraaf.

          Allerdings ergibt die Umgliederung vor allem auch deshalb Sinn, weil die Verwaltungskosten als zu hoch gelten. Bethmann war zwar in den vergangenen Jahren profitabel, aber mit Ergebnissen zwischen 10 Millionen 2021 und 15 Millionen Euro im Jahr 2020 blieb die Bank weit von den Renditezielen ABN Amros entfernt. Sie gibt in normalen Jahren gut 90 Cent aus, um 100 Cent Ertrag zu erwirtschaften.

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