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Beteiligung : Niedersachsen erwägt Teilverkauf von VW-Aktien

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Das Land Niedersachsen hält bislang rund 20 Prozent an Volkswagen Bild: dpa

Gerüchte um einen möglichen Verkauf von Volkswagen-Aktien des Landes Niedersachsen haben am Montag die Aktien des VW-Konzerns bewegt. Angeblich erwägt Niedersachsen, eigene VW-Anteile zu verkaufen, die über die Sperrminorität bei dem Autokonzern von 20 Prozent hinausgehen könnten.

          Niedersachsen will sich bis Ende kommenden Jahres von Landesvermögen im Wert von 300 Millionen Euro trennen. Von 2012 und 2014 sollen jeweils weitere 150 Millionen Euro an Besitz abgestoßen werden. Ungewiss blieb, ob das zu einem Abbau des Anteils am größten Einzelposten, dem Wolfsburger Autobauer Volkswagen, führt. Den Anteil am Stahlkonzern Salzgitter will das Land jedenfalls halten.

          Ministerpräsident David McAllister (CDU) sicherte am Montag in Hannover zu, dass Niedersachsen bei VW nicht unter einen Anteil von 20,01 Prozent gehen würde. Damit steht ihm dank des VW-Gesetzes, das Deutschland entgegen Bedenken der EU-Kommission nicht ganz abgeschafft hat, ein Vetorecht zu. Zudem bleibe es dabei, dass Niedersachsen auch bei einem Teilverkauf zwei Aufsichtsratsmandate besetzt. McAllister hat dem Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn und dem Konzernbetriebsrat am Montag telefonisch zugesichert, dass Hannover weiter zu VW stehe.

          Die möglichen Verkaufspläne stehen im Zusammenhang mit Fusionsbestrebungen von VW und Porsche. Porsche ist anders als Volkswagen stark verschuldet. Dies könnte bei einer Verschmelzung zu veränderten Beteiligungsverhältnissen führen. Niedersachsen will sich demnach allenfalls von zusätzlich erworbenen Anteilen trennen. Derzeit sind die Porsche Automobil Holding mit 50,7 Prozent und das Emirat Katar mit 17 Prozent neben Niedersachsen Großaktionäre des größten europäischen Autoherstellers. Ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt wäre für Aktionäre wenig günstig: Der Börsenkurs liegt seit Jahresbeginn um 73 Euro - im vergangenen September übertraf er kurzfristig 250 Euro. Spekuliert wird über einen Verkauf von bis zu 2 Prozent nach der Fusion - ein Prozent des Aktienwertes brächte derzeit 295 Millionen Euro.

          Sorgte sich, als er noch Ministerpräsident war, sehr um VW: der jetzige Bundespräsident Christian Wulff (r.), hier mit dem VW-Vorstandsvorsitzenden Winterkorn

          Weitere Vermögenswerte hält Niedersachsen an Immobilien sowie an der - derzeit kaum verkäuflichen - Deutschen Messe in Hannover. Hinzu kommen Beteiligungen am Flughafen Hannover, an der Salzgitter AG, an der Norddeutschen Landesbank (Nord LB) und an regionalen öffentlichen Versicherungen der VGH-Versicherung. Ein für dieses Jahr geplanter Verkauf eines Tochterunternehmens der Nord LB in den nordischen und baltischen Ländern hat sich vorerst zerschlagen.

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