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Bestechungsvorwürfe : Bayern LB lässt Konten von Gribkowsky einfrieren

  • Aktualisiert am

Gerhard Gribkowsky Bild: dpa (Archivbild Juni 2010)

Etappensieg der Bayern LB im Kampf um Schadenersatz von ihrem ehemaligen Vorstand Gribkowsky: Der Manager kann nicht mehr auf seine Konten zugreifen. Er soll Bestechungsgeld beim Verkauf der Formel-1-Anteile bekommen haben.

          Die Bayern LB hat einen ersten Sieg im Kampf um Schadensersatz gegen ihren ehemaligen Risikovorstand Gerhard Gribkowsky errungen. Wie das Landgericht München I am Dienstag mitteilte, hat sie dem Antrag der Landesbank stattgegeben und das gesamte Vermögen von Gribkowsky eingefroren. Damit kann der Ex-Vorstand nicht mehr auf seine Konten und Immobilien zugreifen. Mit der Sicherung des Vermögens will die Bank verhindern, dass Gribkowsky mit leeren Händen dasteht, falls er zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt wird.

          Gribkowsky sitzt seit Anfang Januar in Untersuchungshaft. Den Ermittlern zufolge soll der Manager Bestechungsgeld beim Verkauf der Formel-1-Anteile bekommen haben. Die Bank verklagt den ehemaligen Vorstand auf Schadenersatz in Höhe von 200 Millionen Euro mit der Begründung, dieser soll sich beim Verkauf der Bayern-LB-Beteiligung an der Formel 1 bereichert und beim verlustträchtigen Kauf der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria seine Sorgfaltspflichten verletzt haben.

          Laut Bayern LB hat Gribkowsky die Formel-1-Beteiligung für 50 Millionen Dollar zu billig an den Finanzinvestor CVC verkauft. Für sein Entgegenkommen im Rahmen fingierter Beraterverträge habe er eben diese 50 Millionen Dollar erhalten.

          Das Gericht sieht es nun als „überwiegend wahrscheinlich, dass der Bayern LB wegen des Bestechungsvorwurfs ein Schadensersatzanspruch zusteht“, wie es am Dienstag hieß. Einziger Lichtblick für Gribkowsky: Die Bayern LB hat die Klage gegen ihn wegen Vernachlässigung der Sorgfaltspflichten beim verlustträchtigen Kauf der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria fallen lassen.

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