https://www.faz.net/-gqe-87asq

Berufsausbildung : Die Azubis gehen in den Mittelstand

  • Aktualisiert am

Er wird Produktionstechnologe. Bild: dpa

In Deutschland wachsen immer weniger Azubis nach. Trotzdem schaffen es Unternehmen aus dem Mittelstand, ihre Ausbildungszahlen konstant zu halten. Viele haben verstanden, was sie tun müssen.

          1 Min.

          Die berufliche Ausbildung verlagert sich nach einer Untersuchung der staatseigenen KfW immer stärker in mittelständische Unternehmen. Während die Zahl der Auszubildenden insgesamt seit geraumer Zeit sinke, hätten die kleinen und mittleren Firmen die Zahl der Nachwuchskräfte in den vergangenen fünf Jahren bei etwa 1,2 Millionen konstant gehalten, teilte die KfW anlässlich des Beginns des neuen Ausbildungsjahres am 1. September mit. Damit absolvierten zuletzt 85 Prozent der Azubis ihre Berufsausbildung in einem mittelständischen Betrieb – ein Rekordwert, so die KfW.

          „Dass es ihnen gegen den gesamtwirtschaftlichen Trend gelingt, die Zahl ihrer Azubis wenigstens konstant zu halten, ist überlebenswichtig“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Für kleine und mittlere Unternehmen sei die betriebliche Ausbildung das zentrale Instrument zur Fachkräftesicherung.

          Das wird für die Unternehmen allerdings immer schwieriger: Die Zahl der Schüler sinkt, gleichzeitig wollen immer mehr junge Leute studieren. Die Mittelständler konkurrierten daher nicht nur mit großen Konzernen, sondern auch immer stärker mit den Hochschulen. Im Wettbewerb um die Fachkräfte von morgen lassen sich mittelständische Unternehmen der KfW zufolge einiges einfallen: von Prämienzahlungen über Mietzuschüsse bis zu einer Teilzeitausbildung.

          Im Zuge des demografischen Wandels werden der deutschen Wirtschaft jedoch immer weniger Schulabsolventen zur Verfügung stehen. Das duale Ausbildungssystem müsse daher zukunftsfest gemacht werden, „um drohende Fachkräfteengpässe in nichtakademischen Berufen abzufedern“, sagte Zeuner. Als Ansätze nannte er eine verbesserte Nachqualifizierung von jungen Menschen ohne Berufsabschluss und Zuwanderern.

          Zudem sollten Studienleistungen besser angerechnet werden können, heißt es in der Studie. Schließlich werde mehr als jedes vierte Bachelor-Studium abgebrochen. Zum Mittelstand zählt die KfW Privatunternehmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro jährlich.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (Mitte) mit den beiden Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

          Wahlkampfprogramm : Die SPD tut so, als sei nichts gewesen

          Die SPD will mit ihrem Regierungsprogramm in der Zeit „nach Corona“ dort weitermachen, wo sie 2019 mit dem „neuen Sozialstaat“ stehengeblieben ist. Das reicht hinten und vorne nicht.
          Sollten die Impfreihenfolge aufgeweicht werden? Darüber wird zur Zeit debattiert.

          Stiko-Chef im F.A.Z.-Gespräch : Impfkommission besteht auf Priorisierung

          Stiko-Chef Thomas Mertens dringt darauf, die Bevölkerung so schnell wie möglich zu immunisieren. Er warnt aber vor einer willkürlichen Abgabe des Impfstoffs – und stellt sich gegen drei mächtige Ministerpräsidenten.
          Friedrich Merz im Dezember 2018

          Kampfkandidatur? : Merz will offenbar für Bundestag kandidieren

          Im Sauerland wird Friedrich Merz von einigen Parteifreunden zu einer Kandidatur für den Bundestag ermutigt. Merz fühle sich geehrt und freue sich, sagt sein Sprecher. Doch nicht alle sind begeistert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.