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Auf Hauptversammlung : Bertelsmann verweigert Entlastung von Ex-RTL-Chef

  • Aktualisiert am

Bert Habets schied nach nur zwei Jahren als RTL-Konzernchef vor vier Wochen aus dem Unternehmen aus. Bild: RTL

Die übliche Entlastung ist dem scheidenden RTL-Chef Bert Habets auf der Hauptversammlung verwehrt worden. Mehrheitseigner Bertelsmann hält sich aber zunächst mit der Begründung bedeckt.

          Der überraschende Abschied des RTL-Konzernchefs Bert Habets vor knapp vier Wochen hat ein ungewöhnliches Nachspiel. Der Medienkonzern und RTL-Mehrheitseigner Bertelsmann verweigerte dem Manager auf der Hauptversammlung am Freitag in Luxemburg die übliche Entlastung für das abgelaufene Jahr, wie aus einer Mitteilung der europäischen Fernsehgruppe hervorgeht. Es gebe noch offene Punkte, die voraussichtlich aber keine wesentlichen finanziellen Folgen hätten.

          Die Hauptversammlung habe alle Verwaltungsratsmitglieder mit Ausnahme von Habets für ihre Arbeit im Jahr 2018 entlastet, teilte die RTL Group mit. Diese Entscheidung fiel nach Angaben eines Sprechers einstimmig. In der ursprünglichen Beschlussvorlage war die Entlastung noch für das gesamte Spitzenmanagement vorgesehen. Bertelsmann hält 75,1 Prozent an dem börsennotieren TV-Konzern, der Rest befindet sich im Streubesitz.

          Zum Hintergrund der ungewöhnlichen Vertrauensverweigerung äußerte sich RTL nur vage. „Die Entscheidung der Hauptversammlung, Bert Habets keine Entlastung zu erteilen, beruht auf bestimmten Angelegenheiten, die noch geprüft werden“, hieß es in der Mitteilung. „Auf Grundlage der gegenwärtigen Informationen wird nicht erwartet, dass diese Angelegenheiten signifikante finanzielle Auswirkungen auf den Konzern haben.“ Sprecher von RTL und Bertelsmann wollten sich dazu nicht äußern.

          Habets hatte RTL nach nur zwei Jahren an der Spitze Anfang April überraschend verlassen. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe, der den RTL-Chefposten in Personalunion übernahm, hatte für den Abschied des Niederländers familiäre Gründe genannt. An der Konzernstrategie werde sich nichts ändern.

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