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In Ostdeutschland : Bertelsmann-Tochter Arvato schließt sieben Standorte

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Bereits Anfang des Jahres hatte Bertelsmann Veränderungen bei Arvato angekündigt. Nun macht der Konzern ernst und streicht fast 1000 Stellen. Verdi nennt das Vorhaben „skandalös“.

          Die Bertelsmann-Tochter Arvato will sieben Standorte mit insgesamt 950 Mitarbeitern in Ostdeutschland schließen. So will sich das Unternehmen zum 30. April 2019 von den Niederlassungen in Leipzig, Gera und Cottbus sowie zum 30. Juni 2019 von den Bereichen in Dresden, Halle, Suhl und Magdeburg trennen, teilte ein Sprecher des Kommunikationsdienstleisters am Dienstag in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) mit.

          Der Medien-, Buch- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann hatte bereits Ende Januar angekündigt, er erwäge den Verkauf von Teilen seiner Dienstleistungstochter Arvato. Dabei geht es um das Geschäft mit Kundensystemen in der IT-, Banken-, Versicherungs- und Telekommunikations-Branche.

          Auch für das amerikanische Unternehmen Facebook tritt Arvato an mehreren Standorten in Europa als Dienstleister auf und löscht mit eigenen Teams illegale Einträge wie Hass-Postings und Gewaltfotos. Das Geschäft mit Facebook sei von den Schließungen aber völlig unberührt, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber FAZ.NET.

          Bertelsmann begründet die Schließungen damit, dass das Dienstleistungsgeschäft mit Callcentern und Löschtrupps für Facebook zwar profitabel sei, aber zu wenig abwerfe, um in das digitalgetriebene Geschäft auch in Zukunft aus eigener Kraft genug investieren zu können, hieß es.

          Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete die Schließung bei Arvato als skandalös und forderte sichere Beschäftigungsperspektiven für die Betroffenen an den sechs Standorten.

          Dieser Beitrag war ursprünglich mit einem Bild eines Arvato-Firmengebäudes bebildert. Es handelt sich dabei nicht um einen Standort, der geschlossen wird. Um Missverständnisse zu vermeiden, haben wir das Bild entfernt.

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