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Bernd Scheifele vor Abschied : „Der Chef darf keine Freunde haben“

Bernd Scheifele während des Gesprächs Bild: Felix Schmitt

Bernd Scheifele von Heidelberg-Cement ist der längstgediente Konzernchef im Dax, nun tritt er ab. Ein Gespräch über die Sitten im Top-Management, die Moral der Jugend und den Selbstmord seines Förderers.

          8 Min.

          Herr Scheifele, Sie sind Anfang 60 und noch voller Kraft, warum hören Sie jetzt auf?

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es ist wichtig, den richtigen Zeitpunkt für den Absprung zu erwischen. Die Welt ist voll von Leuten, die das nicht geschafft haben. Ich habe mir geschworen zu gehen, solange ich geistig rege bin und man mich in guter Erinnerung behält.

          Immerhin sind Sie der am längsten gediente Vorstandschef eines Dax-Konzerns.

          Eben. Und nach 15 Jahren ist ein Wechsel gut, für das Unternehmen wie für mich. Solche Ämter sind immer nur auf Zeit verliehen. Wenn Sie zu weit weg sind von der nächsten, jüngeren Generation, wird es problematisch. Und ich werde sicher nicht mehr zum Social-Media-Freak. Überhaupt plädiere ich dafür, alle Ämter, gerade in der Politik, auf maximal drei Perioden zu begrenzen. Auf 10 oder 15 Jahre, nicht länger. Wer 20 Jahre im Amt ist, entwickelt kaum neue Ideen. Irgendwann nutzt man halt immer den gleichen Trick. So wie Stan Libuda oder Arjen Robben: rechts antäuschen, links vorbei. Alles nutzt sich ab, im Fußball wie in Wirtschaft oder Politik. Deswegen leiten wir jetzt den Generationswechsel ein. Das ist gut für alle, für das Unternehmen wie für mich.

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