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Berliner Flughafen : Schallschutz von BER könnte kleiner ausfallen

  • Aktualisiert am

Ein Flugzeug im Landeanflug. Bild: dpa

Der Berliner Flughafen ändert die Grundlage für sein Schallschutzprogramm, weil die Planung aus den Neunzigerjahren mittlerweile veraltet ist. Der Schallschutz könnte daher kleiner ausfallen. Und auch günstiger?

          Für Anwohner des neuen Hauptstadtflughafens könnte der einzubauende Schallschutz bald eine Nummer kleiner ausfallen. Wie stark die Häuser durch Dämmungen und Fenster gegen Fluglärm abgeschirmt werden sollen, berechnet der Flughafen ab Oktober nämlich anhand eines neuen Flugzeugmixes. Darin ist berücksichtigt, dass heute weniger ganz laute Flugzeuge fliegen als zur Zeit der Flughafen-Planung in den 90er Jahren. Damals seien auch viele alte Modelle aufgenommen worden. „Diese Flugzeuge sind inzwischen weitestgehend aus dem Markt verschwunden“, heißt es in der  unternehmenseigenen Anwohner-Zeitschrift „BER aktuell“ (September). Die neuen Berechnungen seien viel realistischer.

          Dadurch haben aber nicht weniger Anwohner Anspruch auf Schallschutz: An der Größe der Anspruchsgebiete ändere sich nichts, versichert das Unternehmen. Im Ergebnis könnte aber das Schutzziel, das der Flughafen nach dem Planfeststellungsbeschluss zu erfüllen hat, mit weniger Aufwand zu erreichen sein: Fluglärm darf die normale Gesprächslautstärke von 55 Dezibel in den Wohnungen um den Airport-Neubau in Schönfeld tagsüber nicht überschreiten. Ob der Flughafen durch den neuen Flugzeugmix Geld spart, ist offen.

          Die Kosten für das Schallschutzprogramm hatten sich in den vergangenen Jahren auf 730 Millionen Euro verfünffacht, weil der Flughafen beim Einbau von Schallschutzfenstern, Dämmungen und Lüftern die Vorgaben verfehlt hatte. Das hatte das Oberverwaltungsgericht 2013 entschieden. Im Mai dieses Jahres wies es auf einen weiteren Mangel hin: Die Entlüftung schallgedämmter Räume müsse von Sachverständigen geplant werden, diese Planung sei nicht Teil der Lüfter-Montage, entschieden die Richter.

          Dieses Urteil macht das Programm nicht noch einmal teurer, wie der Schallschutz-Chef des Flughafens, Ralf Wagner, der Zeitschrift sagte. „Wir haben eine Kostenprognose von rund 730 Millionen Euro, und damit sind auch die Auswirkungen dieses Urteils abgedeckt.“ Insgesamt haben rund 26.000 Haushalte im Umfeld des Großflughafens an der Berliner Stadtgrenze Anspruch auf Schallschutz. Gut 20.000 Anwohner haben entsprechende Anträge gestellt. Der Spatenstich des Berliner Flughafens hat sich kürzlich zum 10. Mal gejährt, bis heute ist er nicht in Betrieb.

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