https://www.faz.net/-gqe-9jgvn

Berliner Fluggesellschaft : Germania ist pleite

  • Aktualisiert am

Die Fluggesellschaft Germania ist pleite. Bild: dpa

Die Fluggesellschaft Germania hat Insolvenz beantragt. Schon an diesem Dienstag wird der Flugverkehr eingestellt. Nicht alle Passagiere können Ansprüche geltend machen.

          Die Berliner Fluggesellschaft Germania hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz beantragt. Das teilte das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mit. Der Flugbetrieb werde noch in der Nacht eingestellt.

          Betroffen sind die Germania Fluggesellschaft mbH und ihr Schwesterunternehmen für technische Dienstleistungen, die Germania Technik Brandenburg GmbH, sowie die Germania Flugdienste GmbH. Nicht betroffen sind die Schweizer Germania Flug AG und die Bulgarian Eagle.

          „Leider ist es uns schlussendlich nicht gelungen, unsere Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Wir bedauern sehr, dass uns als Konsequenz daraus keine andere Möglichkeit als die der Insolvenzantragstellung blieb“, erklärte Geschäftsführer Karsten Balke laut Mitteilung. Er bedauerte die Auswirkungen des Schrittes für die Mitarbeiter, die ihr Bestes für einen zuverlässigen Flugbetrieb gegeben hätten. Die betroffenen Fluggäste bat Balke um Entschuldigung.

          Anfang Januar waren finanzielle Engpässe bei Germania bekanntgeworden. Das Unternehmen hatte erklärt, mehrere Optionen einer Finanzierung zu prüfen, um einen kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern. Am 19. Januar teilte die Fluggesellschaft mit, man habe eine wichtige Zusage für mehr als die angestrebten 15 Millionen Euro erhalten. „Die entsprechenden Mittel sollen uns in der nächsten Woche zufließen“, sagte Balke damals. Damit sei die mittel- und langfristige Perspektive der Germania als unabhängige mittelständische Fluggesellschaft gesichert, hieß es. Ende vorige Woche betätigte Germania dann allerdings Medienberichte, wonach sich die Auszahlung von Löhnen und Gehälter verzögere.

          Passagiere, die ihren Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, sollen sich laut Mitteilung direkt an ihren Reiseveranstalter wenden, um eine Ersatzbeförderung zu erhalten. Wer sein Flugticket direkt bei Germania gekauft habe, habe aufgrund der Gesetzeslage keinen Anspruch auf Ersatzbeförderung.

          Unlängst war bekanntgeworden, dass die Fluggesellschaft Germania mit mehr als 30 Mittelstrecken-Jets in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Germania ist eine deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30 Jahre alten Geschichte. Auf der Kurz- und Mittelstrecke beförderte die Airline mehr als vier Millionen Passagiere pro Jahr.

          Weitere Themen

          Die Gamescom-Highlights im Überblick Video-Seite öffnen

          Videorundgang : Die Gamescom-Highlights im Überblick

          Ab heute können alle auf die Gamescom. Doch welche Hallen und Stände lohnen einen Besuch? F.A.Z.-Redakteur Bastian Benrath verrät es auf einem Videorundgang.

          Topmeldungen

          Finanzminister Scholz will den Soli zurückschrauben. Aber nicht für Sparer.

          Trotz Reform : Viele Sparer müssen weiter Soli zahlen

          Für die meisten Bundesbürger soll der Solidaritätszuschlag ab 2021 entfallen, sagt Finanzminister Scholz. Was er verschweigt: Für den Großteil der Sparer und Anleger gilt das nicht – und das sind nicht nur Großverdiener.
          Der Zusammenschluss von Car 2 Go und Drive Now ist ganz offensichtlich ein Eingeständnis des Scheiterns.

          Auch Mazda steigt aus : Carsharing fährt gegen die Wand

          Es soll eine Lösung für urbane Mobilität sein: Doch Carsharing rechnet sich nicht. Und nicht nur das: Die Autos kämen oft auch verdreckt oder beschädigt zurück, klagen die Anbieter. Jetzt gibt auch Mazda auf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.