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Benzinpreise-Kommentar : Wut an der Tankstelle

Tanken macht den Deutschen derzeit wenig Spaß. Bild: Victor Hedwig

Die hohen Benzinpreise machen die Deutschen wütend. Die Tankstellenbetreiber können wenig für die Preise – und werden doch hart getroffen.

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          Die hohen Benzinpreise ärgern im Augenblick viele Autofahrer. Die Wut bekommen oft die Mitarbeiter an der Tankstelle ab. Selbst ein sehr seltsamer und voller Tippfehler gehaltener anonymer Aufruf zum Boykott von Tankstellen für einen Tag findet bei Whatsapp und Facebook schnelle Verbreitung. Dabei ist noch nicht einmal klar, woher er kommt; viele obskure Urheber sind denkbar.

          Hingegen kann gerade der Tankstellenpächter in der Regel gar nichts dafür, dass Benzin derzeit so teuer ist. Es ist zwar richtig: Der Rohölpreis ist seit Anfang Oktober deutlich gesunken – und trotzdem sind Benzin und Diesel teurer geworden. Eine Ursache dieser gegenläufigen Entwicklung dürften höhere Transportkosten für Kraftstoffe durch das Niedrigwasser am Rhein sein, wie das Bundeskartellamt mittlerweile bestätigt hat. Das Kartellamt hat aber jedenfalls nicht ausgeschlossen, dass innerhalb der Wertschöpfungskette auch Margen erhöht wurden, etwa auf Raffinerie-Ebene oder im Großhandel.

          Immerhin sagen unabhängige Energiefachleute recht übereinstimmend, dass es nicht die Tankstellenpächter sind, die von der momentanen Situation profitieren. Sie müssen sich nur das Geschimpfe anhören – und verkaufen vielleicht sogar im Shop einen Kaffee weniger, wenn der Autofahrer sich schon über den Preis fürs Tanken geärgert hat.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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