https://www.faz.net/-gqe-a6uow

Beichte auf Twitter : Elon Musk hätte Tesla an Apple verkauft

Seine Tweets sorgen öfters für Aufmerksamkeit – die aktuelle Beichte dürfte dennoch die meisten überrascht haben: Tesla-Chef Elon Musk Bild: AFP

Nach einem Bericht über ein angebliches Apple-Auto macht Tesla-Chef Elon Musk eine pikante Enthüllung. Und sagt, Tim Cook habe ihn abblitzen lassen.

          2 Min.

          Am Dienstag sorgte ein Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“ für Aufregung, wonach Apple an der Entwicklung eines Autos arbeitet, das 2024 herauskommen könnte. Das veranlasste Elon Musk, den Vorstandschef des Elektroautoherstellers Tesla, zu einer pikanten Enthüllung. Er twitterte, er sei vor einiger Zeit an seinen Apple-Kollegen Tim Cook herangetreten, um die Möglichkeit eines Verkaufs von Tesla an Apple zu diskutieren. Cook habe aber ein Treffen abgelehnt.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Musk schrieb  weiter, die Avancen habe er „in den dunkelsten Tagen des Model 3-Programms“ gemacht. Er spielte damit womöglich auf die Produktionsschwierigkeiten bei diesem Tesla-Auto an, mit denen das Unternehmen 2017 und 2018 kämpfte. In dieser Zeit sah sich Tesla wegen fortdauernder Verluste auch gezwungen, viele Mitarbeiter zu entlassen.

          Was die von Musk ausgeplauderte Episode umso faszinierender macht, ist der Umstand, dass Apple Tesla damals viel billiger hätte haben können als heute. Musk sagt, ein etwaiger Kaufpreis hätte bei einem Zehntel der gegenwärtigen Marktkapitalisierung gelegen. Tesla wird heute an der Börse mit mehr als 600 Milliarden Dollar bewertet. Der Aktienkurs hat sich seit Jahresanfang mehr als versiebenfacht.

          Apples angebliche Strategie laut Musk „seltsam“

          In dem Bericht am Dienstag hatte es geheißen, das kommende Apple-Auto solle mit einer Batterietechnologie ausgestattet sein, die eine höherer Reichweite ermögliche, deutlich weniger koste und einen „Durchbruch“ darstelle. Apple wolle ein sogenanntes „Monozellen“-Design verwenden, das mehr Platz für aktives Batteriematerial schafft und damit eine höhere Reichweite ermöglicht. Der Konzern prüfe außerdem den Einsatz von Lithium-Eisenphosphat in seinen Batterien, eine Variante von Lithium-Ionen-Akkus, die weniger zur Überhitzung neigen und daher sicherer sein soll. Auch zu diesen Details äußerte sich Musk und sagte, es wäre „seltsam“, wenn dies wahr wäre. Monozellen seien „elektrochemisch unmöglich“, und Tesla verwende selbst schon Eisenphosphat in manchen seiner Autos.

          Die angeblichen Ambitionen von Apple im Automarkt sorgen seit Jahren für Gesprächsstoff und sind geheimnisumwittert, ein konkretes marktreifes Produkt gibt es allerdings bis heute nicht. Und was Apples Strategie ist, dazu gab es in den vergangenen Jahren sehr unterschiedliche Indizien. Erst hieß es, der Konzern habe vor, ein eigenes Fahrzeug zu bauen, eine Art automobile Version eines iPhone. 2016 berichteten Medien, der Plan für ein eigenes Auto sei vorerst auf Eis gelegt worden, und Apple wolle sich zunächst darauf konzentrieren, ein System für autonomes Fahren zu entwickeln. Gleichzeitig wurde gemeldet, Apple habe in seiner Autogruppe mehrere hundert Stellen abgebaut, später wurde eine weitere Entlassungsrunde bekannt. Andererseits hat das Unternehmen aber auch prominente Verstärkung für das Projekt, 2018 wurde dafür Doug Field rekrutiert, der zuvor fünf Jahre beim Elektroautohersteller Tesla gearbeitet hatte.

          Dem jetzt veröffentlichten Bericht zufolge arbeitet Apple weiter an einer Technologie für autonomes Fahren. Es sei auch noch immer möglich, dass das Unternehmen letztlich seine Anstrengungen darauf beschränkt, ein autonomes Fahrsystem zu entwickeln, das dann in Autos von traditionellen Herstellern untergebracht wird. Ziel sei es aber derzeit, ein eigenes Auto herauszubringen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kahrs saß für die SPD fast zwölf Jahre im Parlament, zwei Jahre lang saß er dem Haushaltsausschuss vor.

          Cum-Ex-Ermittlungen : Die Spur führt ins Zentrum der Hamburger SPD

          Im Cum-Ex-Skandal ist die Rolle von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz weiterhin unklar. Nun wurde bei einem Vertrauten die Wohnung durchsucht. Weitere Beschuldigte sind ein ehemaliger Senator und eine Finanzbeamtin.

          Kampf um den Fraktionsvorsitz : Laschets Endspiel

          Armin Laschet hat den Augenblick verpasst, den Fraktionsvorsitz an sich zu ziehen. Wie auch immer die Sitzung der Unionsfraktion ausgeht, CDU und CSU wirken auf FDP und Grüne immer weniger attraktiv.
          CSU-Vorsitzender Markus Söder leitet keinen Regierungsauftrag aus dem Wahlergebnis ab

          Liveblog Bundestagswahl : Söder: „Ergebnis ist kein Regierungsauftrag“

          Habeck: „Die Frage, wer Vizekanzler wird, ist völlig irrelevant“ +++ Junge Grüne für Ampel, Junge Liberale wollen sich nicht festlegen +++Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl im Liveblog.
          Malische Sicherheitskräfte in Timbuktu

          Gruppe „Wagner“ : Malis Poker mit den russischen Söldnern

          Malis Militärjunta hält trotz Protesten aus Europa daran fest, Söldner der russischen Gruppe „Wagner“ ins Land zu holen. Hoffen die Putschisten darauf, dass die internationale Gemeinschaft ihnen Zugeständnisse macht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.