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Keine Motoren : Bei Audi in Ingolstadt stehen die Bänder still

Da lief das Band noch: Eine Audi-Fertigungslinie in Ingolstadt. Bild: dpa

Drei Tage Produktionsstopp im Audi-Stammwerk: Weil kein Nachschub an Motoren mehr da ist, können einige tausend Autos nicht gebaut werden. Der Grund liegt in Ungarn.

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          Im Audi-Stammwerk Ingolstadt stehen bis Donnerstag die Bänder still. Der Grund ist ein Ausstand im ungarischen Schwesterwerk in Györ. Weil aus Ungarn keine Motoren mehr geliefert werden, können nach Unternehmensangaben rund 7000 Fahrzeuge nicht gebaut werden.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Die 13.000 Mitarbeiter von Audi Hungaria fordern 18 Prozent mehr Lohn und streiken dafür seit vergangenem Donnerstag. „Wir schauen von Tag zu Tag und hoffen auf eine schnelle Einigung“, sagte ein Audi-Sprecher der F.A.Z. Audi Hungaria ist einer der großen Motorenspezialisten und beliefert auch Werke der Muttergesellschaft Volkswagen.

          Bisher sind wegen der Just-in-time-Lieferung aber nur dem Audi-Werk in Ingolstadt die Motoren ausgegangen. In Neckarsulm, wo die größeren Audi-Modelle A6 bis A8 produziert werden, gibt es noch eine umfangreichere Lagerhaltung, so dass dort die Produktion dem Sprecher zufolge noch bis Mitte der Woche gesichert ist.

          Ohnehin schlechte Stimmung

          Die dreitägige Zwangspause für die Belegschaft in Ingolstadt wird vom Unternehmen abgefedert. Die Audianer müssen aus ihrem Zeitkonto 60 Prozent entnehmen, den Rest gleicht Audi aus. Gleichwohl drückt die Nachricht von der Betriebsunterbrechung auf die ohnehin schon schlechte Stimmung in dem vom Dieselskandal gezeichneten Unternehmen. Erst in der vorigen Woche wurde bekannt, dass der neue Vorstand das bestehende Sparprogramm bis Ende 2022 verschärfen will. Bis zu 5 Milliarden Euro sollen in dieser Zeit zusätzlich eingespart werden, um das Betriebsergebnis zu steigern.

          Geht es doch ans Personal?

          Entlassungen sind laut einer Beschäftigungsgarantie bis 2025 zwar ausgeschlossen. Aber im Umfeld des Konzerns hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Einsparungen auch vor Personalmaßnahmen nicht haltmachen. So könnten befristete Verträge nicht mehr verlängert und freigewordene Stellen nicht mehr besetzt werden. Bram Schot, der frisch ernannte Vorstandsvorsitzende, hatte kürzlich davon gesprochen, dass es für die derzeitige Produktionsmenge zu viele Mitarbeiter gebe.

          Der Holländer in Diensten der Bayern war bisher Vertriebsvorstand und trat zum Jahresbeginn das schwierige Erbe des wegen der Diesel-Affäre zwischenzeitlich inhaftierten Amtsvorgängers Rupert Stadler an. Das Ansehen von Audi hat sehr gelitten, seit die Marke mit den vier Ringen als Keimzelle für die Entwicklung jener Betrugssoftware enttarnt wurde, die zur Verschleierung von Diesel-Abgasen beitrug und in mehr als 11 Millionen Autos des VW-Konzerns eingesetzt wurde.

          Für die Manipulationen musste Audi im vergangenen Oktober ein Bußgeld von 800 Millionen Euro zahlen. Weil der alte Vorstand obendrein die Umstellung auf das neue Abgasmessverfahren WLTP unterschätzte und zu wenig Prüfstände frei waren, hinkte Audi mit den Zulassungen seiner neuen Fahrzeuge mit legaler Software deutlich hinterher. Viele Motor-Getriebevarianten der Neuwagen waren lange Zeit nicht bestellbar. So lieferte Audi mit 1,81 Millionen Fahrzeugen 5,5 Prozent weniger aus als im Jahr zuvor – während die beiden wichtigsten Konkurrenten ihrerseits den Absatz steigerten: Mercedes-Benz gelang ein Plus von 0,9 Prozent auf 2,31 Millionen Autos, bei BMW betrug der Zuwachs sogar 1,8 Prozent auf 2,13 Millionen Fahrzeuge.

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