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Behörde gegen Lemonaid : Zu wenig Zucker für eine Limonade?

Die Maracuja-Flasche des Unternehmens Lemonaid. Bild: Lemonaid

Eine Behörde wirft dem Hamburger Unternehmen Lemonaid vor, dass ein Getränk zu wenig Zucker vorweist. Dabei will die Bundesregierung den Zuckergehalt in Lebensmitteln eigentlich reduzieren.

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          Wer sich eine Limonade machen möchte, braucht eigentlich nicht viel: Zucker, Wasser, irgendwas mit Obst. Zumindest, wenn man der Definition des Dudens glaubt: Limo sei demnach ein „alkoholfreies, kohlensäurehaltiges Getränk aus Obstsaft oder entsprechender Essenz, Zucker und Wasser.“ Für das Hamburger Unternehmen „Lemonaid“ wird diese Definition nun aber zu einem Problem. Denn zwar sind alle drei Komponenten in den Getränken enthalten, jedoch nicht in der richtigen Menge.

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das Amt für Verbraucherschutz der Stadt Bonn wirft dem Unternehmen vor, einen zu geringen Zuckergehalt in der Maracuja Variante der Limonade vorzuweisen. Denn Limonaden in Deutschland müssen eigentlich einen Zuckergehalt von mindestens sieben Prozent des Gewichtes aufweisen. Die Lemonaid Flasche besitzt jedoch nur 5,6 Gramm  pro 100 Milliliter.

          „Die Bezeichnung als ‚Limonade‘ ist insofern nicht zutreffend“, so das Schreiben der Behörde, das der F.A.Z. vorliegt. „Ich darf Sie bitten, ab sofort nur Produkte in den Verkehr zu bringen, die den rechtlichen Anforderungen entsprechen“, heißt es weiter. Ansonsten drohe dem Unternehmen „weitergehende behördliche Maßnahmen“.

          Eine Statue aus Zucker

          Lemonaid-Gründer Felix Langguth war über das Schreiben überrascht, es sei fast ein Déjà-vu-Erlebnis. Denn vor gut einem Jahr bekam das Unternehmen ein ähnliches Schreiben aus Hamburg. Auch diese Behörde beschwerte sich über den geringen Zuckergehalt. „Schon damals haben wir an der Sinnhaftigkeit gezweifelt“, sagt Langguth. Denn schließlich wolle die Bundesregierung mit ihrer Reduktions- und Innovationsstrategie den Zuckergehalt von Lebensmitteln verringern. So soll der Zuckergehalt in Getränken bis Ende 2025 um 15 Prozent sinken. In diesem Fall lenkte dann auch die Behörde ein.

          Auch diesmal möchten Langguth und sein Mitgründer Paul Bethge nicht klein beigeben. „Die Bezeichnung Limonade ist für unseren Markenkern wichtig“, sagt Langguth. Auch würde kein Verbraucher Limonaden aufgrund des Zuckergehaltes kaufen.

          Wie schon beim letzten Schreiben der Hamburger Behörde, wollen sich die Lemonaid-Gründer wieder direkt an Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, wenden. Dafür bauten sie am Mittwoch eine große Statue von Julia Klöckner vor dem Bundesernährungsministerium aus. Diese besteht nicht aus Beton, sondern, wie könnte es anders sein - aus Zucker.

          Zuckerstatue des Hamburger Unternehmens Lemonaid
          Zuckerstatue des Hamburger Unternehmens Lemonaid : Bild: Lemonaid

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