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Bayern LB : Bankenlobbyist Kemmer sollte zurücktreten

Michael Kemmer ist Cheflobbyist der Bankenbranche, die seit der Finanzkrise unter einem schlechten Ruf leidet. Nun kommt er vor Gericht. Deswegen sollte er von seinem Posten zurücktreten.

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          In München haben die früheren Vorstände der Bayerischen Landesbank einen unternehmerischen Fehler begangen, als sie vor sechs Jahren die marode Hypo Alpe Adria kauften. Der Fehler kostete Bayerns Steuerzahler bisher 3,7 Milliarden Euro und bringt die Bankmanager nun vor Gericht, weil sie der Untreue von Bankvermögen und der Korruption verdächtigt werden. Die Vorwürfe wiegen schwer, doch für die Angeklagten gilt bis zur Verurteilung die Unschuldsvermutung.

          Einer der damaligen Vorstände, Michael Kemmer, ist heute Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken. Kemmer spricht als Cheflobbyist für eine Branche, die seit der Finanzkrise in einem denkbar schlechten Ruf steht. Er muss in Talkshows auftreten und bei Politikern vorstellig werden.

          Seinen einflussreichen Posten wird er nicht mehr uneingeschränkt ausüben können, wenn er vom nächsten Jahr an mehrere Tage in der Woche mit seinem Strafprozess befasst ist. Für alle in Deutschland ansässigen privaten Banken, deren Interessen Kemmer vertritt, wäre es glaubwürdiger, sie hätten einen unbefangenen Manager an der Spitze ihres Verbands. Kemmer kann das seit Zulassung der Anklage nicht mehr sein.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

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