https://www.faz.net/-gqe-a175q

Richter zweifelt : Bayer zieht Antrag zum Glyphosat-Vergleich zurück

  • Aktualisiert am

Das Bayer-Kreuz im Werk des Konzerns in Wuppertal. Bild: dpa

Ein Teil des milliardenschweren Glyphosat-Vergleichs dreht sich um zukünftige Klagen. Bayers Vorschlag zum Umgang damit stößt bei einem wichtigen Richter auf Unverständnis.

          1 Min.

          Bayers milliardenschwerer Vergleich zur Beilegung von Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat steht wieder auf der Kippe. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, dass der Gerichtsantrag auf eine vorläufige Zustimmung zu einer Vereinbarung bei künftigen Glyphosat-Klagen zurückgezogen worden sei.

          Bayer habe der Entscheidung der Klägeranwälte zu diesem Schritt zugestimmt. Der Antrag betrifft zwar nur einen Teil des ausgehandelten Kompromisses, ist jedoch ein entscheidendes Puzzlestück des großen Vergleichs. Die Bayer-Aktie lag am Mittwochnachmittag 0,7 Prozent im Minus. Denn die bis zu 10,9 Milliarden Dollar teure Einigung, die Bayer Ende Juni mit den Klägern erzielte, umfasst neben 8,8 bis 9,6 Milliarden Dollar für laufende Verfahren auch 1,25 Milliarden Dollar für künftige Fälle. Bayer hat immer wieder betont, wie wichtig dieser Teil der Einigung für das Zustandekommen des Vergleichs insgesamt sei.

          Allerdings muss die Vereinbarung zum Umgang mit künftigen Klagen vom zuständigen Bundesrichter Vince Chhabria abgesegnet werden. Der stufte sie jedoch am Montag als problematisch ein. Chhabria signalierte, den Vorschlag des Konzerns abzulehnen, ein unabhängiges Wissenschaftsgremium zum Umgang mit künftigen Glyphosat-Klagen einzurichten. Chhabria zweifelte die Rechtmäßigkeit einer solchen Lösung an und fragt sich, welche Vorteile sie für mögliche künftige Kläger bringen würde. Die Streitparteien wollen nun Zeit gewinnen, um umfänglicher auf die Einwände einzugehen.

          Zugleich betonte der Konzern, grundsätzlich weiter zu dem Vergleich zu stehen. Bayer sei weiterhin überzeugt, dass ein Vergleich zu angemessenen Bedingungen im besten Interesse des Unternehmens sei. Eigentlich wollte Bayer mit der Einigung den Großteil der rechtlichen Probleme in den Vereinigten Staaten hinter sich lassen, die der Konzern sich 2018 mit der Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto ins Haus geholt hatte.

          Weitere Themen

          Rettung per Dekret

          Trumps Nothilfe für Amerika : Rettung per Dekret

          Weil der Kongress sich nicht auf ein neues Rettungspaket einigen konnte, ordnet Trump Nothilfen per Dekret an. Ob das eine große wirtschaftliche Wirkung haben wird, ist umstritten.

          Niemand darf entlassen werden

          Italien : Niemand darf entlassen werden

          Die italienische Regierung gibt weitere 25 Milliarden Euro aus, um die heimische Wirtschaft zu stützen. Das geltende Entlassungsverbot wird kurz vor wichtigen Wahlen verlängert.

          Topmeldungen

          Am Tag der Präsidentschaftswahlen bewacht ein Soldat der Sonderpolizei einen Kontrollpunkt an einer Straße am Stadtrand von Minsk.

          Wahl in Belarus : Der Dauerherrscher greift durch

          Bei der Präsidentenwahl in Belarus soll Amtsinhaber Lukaschenka offiziellen Prognosen zufolge 80 Prozent der Stimmen erhalten haben. Inoffizielle Nachwahlbefragungen hat das Regime verboten. Am Abend nach der Wahl geht das Regime mit Härte gegen Demonstranten vor.

          Trump eskaliert gegen China : Umgang mit Schurken

          Der Umgang des amerikanischen Präsidenten mit der chinesischen Videoplattform Tiktok verärgert Peking schwer. Er muss aber auch alte Freunde verunsichern: Was hindert Trump eigentlich daran, Daimler oder VW die Geschäftstätigkeit in den Vereinigten Staaten zu untersagen?
          Einschulungsfeier in Frankfurt an der Oder

          Schulbeginn : Wie geht es in den Klassenzimmern weiter?

          In vier Bundesländern beginnt in dieser Woche das neue Schuljahr. Es gibt genaue Anweisungen, sogar Verhaltenspsychologen wurden bemüht. Kein Land schließt aus, dass es bei steigenden Infektionszahlen auch für den Unterricht die Maskenpflicht verhängt.
          Anders als die anderen? Es führt oft nicht nur der eine Weg ans Ziel.

          Einsteig in fremde Branchen : Quer ins Glück

          Beratung, Vertrieb, Schule oder Pflege: Für Quereinsteiger gibt es Möglichkeiten zuhauf. Sie sollten sich aber keine falschen Hoffnungen machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.