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Jonas Jansen, Redakteur in der Wirtschaft

Bayers Milliardenvergleich : Der Monsanto-Makel haftet

  • -Aktualisiert am

Werner Baumann auf der Bilanzpressekonferenz in Leverkusen im Februar Bild: AFP

Der Bayer-Konzern ist einen Großteil der Glyphosat-Klagen los. Doch der Preis ist hoch und ein Restrisiko bleibt.

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          Mit dem Milliarden-Vergleich im Streit um den Unkrautvernichter Glyphosat hat Bayer ein wichtiges Ziel erreicht, weil sich der Pharma- und Agrarchemiekonzern damit vor zahlreichen Prozessen mit ungewissem Ausgang schützt. Die Vereinbarung mit den Klägeranwälten schafft eine jahrelange Unsicherheit im Unternehmen und für Aktionäre beiseite. Gleichzeitig sind noch rund 30.000 Klagen offen und obwohl Bayer sehr zuversichtlich ist, auch diese Fälle schnell abzuschließen, bleibt ein Restrisiko.

          Bayer ist von der Unbedenklichkeit seines Produktes überzeugt und will es deshalb weiterverkaufen, sowohl an Landwirte als auch Privatnutzer. Es wird daher sicherlich auch in der Zukunft Verwender geben, die an Krebs erkranken und das auf Glyphosat schieben. Zwar hat Bayer die wichtigsten Klägeranwälte mit dem Vergleich auf seiner Seite – doch wird es so lange Streit um Glyphosat geben, wie es das Produkt gibt. Die Fallstricke des amerikanischen Rechtssystems, die in Deutschland gerne unterschätzt werden, könnten da noch Wirkung zeigen. Die Geschworenenjurys, die auch einzelnen Klägern Milliardensummen an Schadenersatz zusprechen, haben auch Bayer schon überrascht. Die Aktionäre sind daher noch nicht von einer rosigen Zukunft überzeugt, was sich am Donnerstag in stark fallenden Kursen äußerte.

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