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Amerikanischer Hedgefonds : Elliott wird Bayer gehörig aufmischen

Der Hedgefond Elliott steigt bei Bayer ein – und wird das Unternehmen wahrscheinlich gehörig aufmischen. Bild: dpa

Der amerikanische Hedgefonds Elliott steigt bei Bayer ein – und vergrößert damit seine Macht. Droht nun die Zerschlagung der Leverkusener?

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          Deutschland hat seinen dritten großen Fall Elliott. Der amerikanische Hedgefonds mischt im Leitindex Dax nun auch Bayer auf, nach Thyssen-Krupp und SAP. Elliott bestätigt zum einen endlich, was die Kapitalmarktspatzen von den Dächern Frankfurts und Londons pfiffen: Er hält nun einen Anteil an Bayer, und zwar um die 2 Prozent. Zum anderen macht der Fonds eine seiner berüchtigten Andeutungen zur Konglomeratsstruktur. Am Ende könnte die Forderung stehen, den Pharma- und Agrochemiekonzern aufzuspalten – auch wenn Bayer jetzt erst mal den Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat angehen soll.

          Es ist erstaunlich, wie sehr aktivistische Investoren und allen voran Elliott zuletzt immer noch unterschätzt worden sind. Investmentbanker weisen seit Jahren auf ihren Vormarsch hin. Das mag zum Trommeln der Banker gehören, schließlich sichern die sich gerne Beratungsmandate zur Verteidigung der Unternehmen. Aber dass sie in der Sache recht haben, ist seit langem sichtbar. Deutsche Vorstände aber saßen lange auf dem hohen Ross. Elliott zum Beispiel hat zwar meist nur vergleichsweise kleine Anteilspakete. Aber der Investor spielt seine Macht nicht über die Höhe der Beteiligung aus – sondern über seine Fähigkeit, andere Investoren für sein Begehr zu gewinnen.

          Elliott machte sich in Deutschland vor mehr als fünfzehn Jahren zunächst nur einer Fachwelt bekannt: Die Amerikaner begannen in laufende Übernahmen zu grätschen, kauften Anteilspakete der betroffenen Unternehmen, stellten sich quer und pressten Abfindungen heraus. Erstmals führten sie das 2003 im Fall Wella vor und machten das Vorgehen zum Präzedenzfall. Schon damals wurde Elliott unterschätzt.

          Erst in jüngster Zeit wendet der Hedgefonds hierzulande auch ein anderes Geschäftsmodell an, erprobt im Ausland. Er versucht Vorstände zu grundlegenden Konzernumbauten zu bewegen. Zunächst hinter den Kulissen, aber wenn das nicht fruchtet, wird er ungemütlich – so geschehen bei Thyssen-Krupp, wo Elliott maßgeblich zum Chaos seit dem vergangenen Jahr beitrug. Im Fall SAP schaffte er dagegen, den Vorstand ohne öffentlichen Druck zur Kooperation zu bewegen: Der Softwarekonzern legte auch so sein gewünschtes Renditeprogramm auf. Bayer bekommt nun von Elliott kurzfristig Lob für ein neues Konzept im Rechtsstreit um Glyphosat. Aber das große Thema steht im zweiten Schritt an: die Zukunft Bayers als Mischkonzern – und was der Vorstand dazu dann sagt.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

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