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Wegen der Monsanto-Übernahme : Bayer verkauft das Digital-Farming

  • -Aktualisiert am

Auch in Wuppertal betreibt Bayer ein Werk. Bild: dpa

Bayer übernimmt den amerikanischen Saatguthersteller Monsanto. Das hat Folgen. Eine zeigt sich nun ganz konkret.

          Im Rahmen der geplanten Übernahme des amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto hat sich der Leverkusener Bayer-Konzern jetzt mit dem Ludwigshafener Wettbewerber BASF über den Verkauf weiterer Geschäfte geeinigt. Bei diesem Paket geht es im Wesentlichen um das Gemüsesaatgutgeschäft, bestimmte Saatgutbehandlungsmittel, die Forschungsplattform für Weizen-Hybride und bestimmte Glyphosat-basierte Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) in Europa. Hinzu kommt die Übertragung von Forschungsprojekten im Bereich der sogenannten Totalherbizide und des Digital-Farmings. Alles in allem kommen diese Geschäfte auf einen Umsatz von 745 Millionen Euro. BASF wird dafür bis zu 1,7 Milliarden Euro an Bayer überweisen.

          Brigitte Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

          Mit diesen zusätzlichen Veräußerungen erfülle Bayer Zusagen, die gegenüber der Europäischen Kommission und anderen Regulierungsbehörden gemacht worden seien, um einen erfolgreichen Abschluss der Monsanto-Transaktion zu ermöglichen, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann.

          Mit der Abgabe dieser Geschäfte werden rund 2500 Mitarbeiter zu BASF wechseln, davon rund 150 in Deutschland. Bayer will den Erlös zur teilweisen Refinanzierung der rund 62 Milliarden Dollar schweren Monsanto-Übernahme nutzen.

          Viele Genehmigungen erteilt

          Der BASF-Konzern ist der große Nutznießer der Kartellauflagen für den geplanten Zusammenschluss zum größten Agrarchemiekonzern der Welt. Um den Kartellbehörden entgegenzukommen, hatte Bayer schon im Oktober mit BASF einen Vertrag zum Verkauf von bestimmten Agrogeschäften geschlossen.

          Unter anderem ging es bei dieser Tranche um das Geschäft mit Saatgut in Feldkulturen wie Soja, Baumwolle und Raps sowie bestimmte Unkrautvernichtungsmittel. Der im vergangenen Herbst ausgehandelte Verkauf spiegelte einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und einen Verkaufspreis von knapp 6 Milliarden Euro wider.

          BASF war mit seiner Agrochemiesparte bisher nicht im Saatgutgeschäft vertreten und rückt nun mit der Übernahme diverser Bayer-Geschäfte zu einem deutlich erstarkten Wettbewerber in der von wenigen großen Spielern dominierten Branche auf.

          Die Kaufverträge werden erst wirksam, wenn die Übernahme von Monsanto durch Bayer erfolgreich abgeschlossen ist. Die Leverkusener werden auch weiterhin in den jetzt verhandelten Bereichen tätig bleiben, aber mit Produkten von Monsanto. Es liegt inzwischen eine Vielzahl wichtiger Genehmigungen vor. Die Zustimmung des amerikanischen Justizministeriums lässt indes noch auf sich warten. Angeblich soll hier aber schon eine grundsätzliche Einigung erzielt worden sein.

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