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Tiergesundheit : Bayer verkauft Sparte für 7,6 Milliarden Dollar

  • Aktualisiert am

Bayer verkauft seine Tiergesundheitssparte. Bild: dpa

Bayer hat nach der Monsanto-Übernahme hohe Schulden. Jetzt macht der Konzern mit seinen Floh- und Zeckenmitteln für Haustiere Kasse – und trennt sich damit ausgerechnet von einem profitablen Geschäftsfeld.

          Bayer verkauft seine Tiergesundheits-Sparte für 7,6 Milliarden Dollar, das entspricht etwa 6,85 Milliarden Euro. Das teilte der Konzern am Dienstag in Leverkusen mit. Käufer ist das amerikanische Unternehmen Elanco Animal Health, ein Tiergesundheits-Konzern.

          „Diese Transaktion stärkt unseren Fokus als ein führendes Life-Science-Unternehmen“, sagte Werner Baumann, der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG. Der Verkauf ist Teil einer Reihe von Veräußerungen, die der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern im November 2018 begonnen hatte.

          Die profitable Tiergesundheitssparte Animal Health machte im Jahr 2018 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro, der Konzernumsatz betrug etwa 40 Milliarden Euro. Die Bayer-Sparte verkaufte Floh-, Zecken- und Entwurmungsmittel sowie Halsbänder zur Abwehr des Ungeziefers. In ihrem Geschäftsbericht 2018 attestierten die Leverkusener der Sparte positive Perspektiven: Die Weltbevölkerung steige und es gebe höhere Durchschnittseinkommen. „Dies führt zu einem vermehrten Haustierbesitz und im Nutztierbereich zu einem steigenden Fleisch- und Milchkonsum“ – dementsprechend steige auch die Nachfrage nach Arzneimitteln für Tiere.

          Kampf gegen den Schuldenberg

          Der Aktienkurs von Bayer reagierte zunächst positiv auf den angekündigten Verkauf. Mit Bekanntwerden der Transaktion drehte die Aktie von einem leichten Minus in ein leichtes Plus.

          BAYER

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          Die Sparte mit Sitz in Monheim bei Düsseldorf war bislang die kleinste des Konzerns. Sie hat Produktionsanlagen in Kiel und Shawnee in Amerika und insgesamt 3700 Mitarbeiter. Das sind etwa 3 Prozent der gesamten Bayer-Belegschaft. Die Mitarbeiter der Sparte bleiben laut Bayer bis ins Jahr 2025 geschützt vor betriebsbedingten Kündigungen und werden „zu vergleichbaren Konditionen weiterbeschäftigt“, so Bayer.

          Von der Summe sollen 5,3 Milliarden Dollar in bar beglichen werden. Die übrigen 2,3 Milliarden Euro werden mit Aktien von Elanco gezahlt. Allerdings will sich Bayer in absehbarer Zeit von diesen Anteilen trennen. Der Deal soll bis Mitte 2020 abgeschlossen sein.

          Mit den Einnahmen können die Leverkusener den Schuldenberg drücken, der durch die Übernahme des Saatgutherstellers Monsanto entstanden war. Unlängst hatte Bayer bereits mit Anteilen an einem Chemieparkbetreiber Kasse gemacht.

          Elanco, das einst dem amerikanischen Pharmakonzern Eli Lilly gehörte und von diesem an die Börse gebracht wurde, ist mit bisher 5600 Mitarbeitern auf der ganzen Welt und einem Jahresumsatz von zuletzt 3,1 Milliarden Dollar – etwa 2,8 Milliarden Euro – eine feste Branchengröße. Das Unternehmen sorgte schon 2015 für Aufsehen, als es die Tiergesundheitssparte des Schweizer Konzerns Novartis schluckte.

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