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Anteile an Currenta : Bayer und Lanxess verkaufen Chemieparkbetreiber für 3,5 Milliarden Euro

  • -Aktualisiert am

Anteile an Chemieparkbetreiber verkauft: Das Bayer-Kreuz am Werk in Wuppertal Bild: dpa

Schon 2018 hatte Bayer angekündigt, sich von seinen Anteilen an Currenta trennen zu wollen. Jetzt hat das Unternehmen die Anteile vom Chemieparkbetreiber gänzlich abgestoßen. Nun wolle man sich auf seine „Kernaktivitäten“ fokussieren.

          Bayer und Lanxess verkaufen den Chemieparkbetreiber Currenta für 3,5 Milliarden Euro inklusive Schulden. Käufer ist die Macquarie Infrastructure and Real Assets (Mira), eine Tochtergesellschaft der australischen Investmentbank Macquarie. Das teilten die drei Unternehmen am Dienstagabend mit. Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer hatte bislang 60 Prozent der Anteile an dem Chemieparkbetreiber gehalten, dem Spezialchemiekonzern Lanxess, der früher selbst Teil von Bayer war, gehören 40 Prozent.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Bayer hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, sich von seinen Anteilen an Currenta trennen zu wollen. Hintergrund sei die veränderte Position von Bayer als Kunde im Chempark nach der Ausgründung von Covestro, zudem wollten sich die Leverkusener auf ihre „Kernaktivitäten“ fokussieren. Lanxess bleibt noch etwas länger an Currenta beteiligt, zudem habe sich der Spezialchemiekonzern mit dem neuen Eigentümer auf Dienstleistungs- und Versorgungsverträge für mindestens zehn Jahre verständigt. Dabei geht es um die drei Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen, an denen der Konzern einen wesentlichen Teil seiner Produktionsanlagen betreibt.

          „Zusätzlicher finanzieller Spielraum“

          Lanxess erhalte durch den Verkauf zudem „zusätzlichen finanziellen Spielraum, um unseren Wachstumskurs in der Spezialchemie voranzutreiben“, ließ sich Unternehmenschef Matthias Zachert in der Mitteilung zitieren. Der Eigenkapitalwert für Lanxess liegt nach Abzug von Schulden und Pensionsverpflichtungen bei rund 780 Millionen Euro. Bayer rechnet für seinen Anteil mit einem Wert von 1,17 Milliarden Euro.

          Der neue Inhaber Mira will schon in der Ankündigung deutlich machen, dass er Erfahrung hat im Betrieb solcher komplexer Infrastrukturen wie sie ein Chemiepark ist. Die Tochtergesellschaft des Finanzinvestors managt auch Unternehmen, die Strom- und Gasnetze betreiben, Häfen, Müllverbrennungsanlagen oder Deponien. Der Currenta-Geschäftsführer Alexander Wagner teilte mit, dass sich Mira und Currenta darauf verständigt hätten, dass die „enge Partnerschaft mit den Arbeitnehmervertretern“ fortgesetzt werde. Zudem bleibe das Unternehmen unter eigenem Namen bestehen, auch die drei Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen würden weiterbetrieben.

          Diese Vereinbarung gilt für mindestens drei Jahre. „Wir haben Mira als ein Unternehmen kennengelernt, das auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Betreibergesellschaften, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dem Betriebsrat sowie den Kommunen setzt“, sagte Wagner. Auch Bayer teilte mit, weiterhin eng mit Currenta zusammenarbeiten zu wollen.

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