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Virtuelle Hauptversammlungen : Weniger Rechte für Anteilseigner?

2019 vor vollem Haus: Bayer-Chef Werner Baumann spricht auf der Hauptversammlung in Bonn. Bild: AP

Als erste Dax-Konzerne halten Bayer und Beiersdorf in dieser Woche Aktionärstreffen digital ab. Zahlreiche Anteilseigner fürchten um eine Einflussmöglichkeit. Tun sie das zu Recht?

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          Auf der Hauptversammlung des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer geht es immer hoch her. Nicht nur Kleinaktionäre und Aktionärsvertreter mit finanziellen Interessen bombardieren Vorstand und Aufsichtsrat mit Fragen, auch Umweltschützer und Imker tauchen mit regelmäßiger Sicherheit auf der Veranstaltung auf. Auf der letzten Hauptversammlung gab es 65 Wortbeiträge, obwohl die Redezeit reduziert wurde, dauerte die Veranstaltung bis in den Abend. Im vergangenen Jahr hat Bayer zudem eine für das Unternehmen unrühmliche Spitzenposition erzielt: Es war der erste Dax-Konzern, dessen amtierender Vorstand von den Aktionären nicht entlastet worden ist.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Das ist zwar nur ein symbolischer Akt, aber einer mit Wirkung: Bayer-Chef Werner Baumann durchlebte keine einfachen Wochen danach, die Abstimmung über die Entlastung wird daher in diesem Jahr besonders scharf beäugt. Wütend waren die Investoren im vergangenen Jahr über den Wertverlust des Unternehmens seit der Übernahme des amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto. Noch immer lasten Zehntausende Klagen gegen das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup auf dem Konzern, ein angestrebter Vergleich verzögert sich auch wegen der Corona-Krise. Gut 10 Milliarden Euro könnte der die Leverkusener kosten.

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