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Brände im Amazonasbecken : Deutsche Chemiekonzerne fordern Schutz des Regenwaldes

Helfer versuchen einen Waldbrand in Amazonien zu löschen. Bild: Reuters

Bayer und BASF haben einen Aufruf an den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro unterzeichnet, die illegale Abholzung im Amazonas-Regenwald zu stoppen. Die Initiatoren fürchten nicht nur den Verlust des Waldes.

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          Im Kampf gegen illegale Aktivitäten im Amazonas-Regenwald haben mehr als 200 Agrarunternehmen, Umweltschutzverbände und Wissenschaftler einen dringenden Appell an den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gerichtet. In einem am Montag veröffentlichten Schreiben fordert die Brasilianische Koalition für Klima, Wälder und Landwirtschaft Bolsonaro dazu auf, die „Eskalation der Abholzung“ im brasilianischen Regenwald zu stoppen. Zu den Unterzeichnern gehören einige der größten Agrar- und Konsumgüterunternehmen der Welt, darunter neben Unilever und Danone die deutschen Chemiekonzerne Bayer und BASF. Auch der WWF Brasilien hat sich der Aufforderung zum Schutz des Regenwaldes angeschlossen.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Seit Wochen brennen in Amazonien riesige Waldflächen, allein im August machte das brasilianische Raumforschungsinstitut mit Hilfe von Satellitenbildern mehr als 20.000 Brände aus. Zwar sind Waldbrände während der Trockenzeit in der Region keine Seltenheit. Doch ist in diesem Jahr ein drastischer Anstieg zu beobachten, von einer Zunahme von 83 Prozent ist die Rede. Bis zum Ende der Trockenzeit im Oktober dürfte Brasilien deutlich mehr Regenwald verlieren als in den vergangenen Jahren.

          Verantwortlich für das Inferno in der „grünen Lunge“ des Planeten wird die Politik des ultrarechten Präsidenten Bolsonaro gemacht. Bolsonaro will die wirtschaftliche Entwicklung des krisengeplagten Landes schnell vorantreiben – ohne dabei viel Rücksicht zu nehmen auf den Schutz des Amazonaswaldes und die Rechte der dort lebenden indigenen Völker. Seine Maßnahmen zur Lockerung des Umweltschutzes wurden von illegalen Holzfällern, Goldsuchern, Landwirten und Bodenspekulanten offenbar als Einladung verstanden, in das sensible Ökosystem vorzudringen. Sie stehen im Verdacht, absichtlich Waldflächen in Brand gesetzt zu haben.

          Die Krise des Regenwaldes erreichte auf dem G-7-Gipfel in Biarritz vergangene Woche internationales Ausmaß, als Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das Thema zur Chefsache machte und damit drohte, das Handelsabkommen der Europäischen Union mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten bis auf Weiteres zu blockieren. Dieses Szenario fürchten nun wohl auch einige Unterzeichner des Aufrufes an Bolsonaro. Darin heißt es, Brasilien müsse seine Rolle als „ökologische Agrarmacht“ sichern. Die illegale Abholzung schade der Agrarindustrie und deren Reputation, schaffe Unsicherheit und unfaire Wettbewerbsbedingungen. Die Koalition sieht die brasilianische Regierung in der Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen. 

          Für die größte Volkswirtschaft Südamerikas ist die Landwirtschaft von enormer Bedeutung. Agrarerzeugnisse sind das wichtigste Exportgut des Landes, allein die Hälfte der gesamten Sojaexporte der Welt stammen aus Brasilien. Der deutsche Agrarkonzern Bayer betreibt in Brasilien eigene Produktionszentren. Über die Motivation des Konzerns, das Manifest zu unterzeichnen, sagte Agrarvorstand Liam Condon: „Der Amazonas-Regenwald ist eines der bedeutendsten Öko-Systeme unserer Erde. Nirgendwo sonst wird so deutlich, wie dringend wir in der Landwirtschaft Innovationen brauchen, die es uns ermöglichen, Erträge zu steigern, ohne dafür neues Land erschließen zu müssen. Dieser Herausforderung sollten wir uns alle verpflichtet fühlen.“ Mit einem Drittel des globalen Marktes für kommerzielles Saatgut und einem Viertel des Marktes für Pestizide formt Bayer gemeinsam mit Monsanto den größten Agrarkonzern der Welt. Der WWF Deutschland wollte zu dem Aufruf zunächst keine Stellungnahme abgeben.

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