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Streit um Unkrautvernichter : Afroamerikanische Landwirte streben Verbot von Bayers Roundup an

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John Wesley Boyd, Jr., Präsident der National Black Farmers' Association Bild: AP

Bayer droht neuer Ärger wegen seines Unkrautvernichters. Die National Black Farmers Association hat Klage gegen den Chemiekonzern eingereicht. Erst im Juni hatte sich das Unternehmen mit einem Großteil der Kläger geeinigt.

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          Eine Gruppe von afroamerikanischen Landwirten strebt ein Verbot von Bayers glyphosathaltigem Unkrautvernichter Roundup oder eine neue Produktwarnung für das Herbizid an. Das geht aus einer Klage der National Black Farmers Association vom Mittwoch hervor.

          Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die afroamerikanische Landwirte und ihre Familien in den Vereinigten Staaten vertritt. Afroamerikanische Landwirte könnten aufgrund ihrer niedrigeren Alphabetisierungsrate und eines schlechteren Internetzugangs vermutlich die Risiken von Roundup nicht so gut einschätzen, argumentierten die Anwälte der Organisation.

          Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hatte sich im Streit um den angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Glyphosat im Juni in Amerika mit einem Großteil der Kläger auf einen Vergleich geeinigt. Dafür muss Bayer aber tief in die Tasche greifen – für den Vergleich und mögliche künftige Fälle werden bis zu 10,9 Milliarden Dollar fällig. Damit seien etwa drei Viertel der insgesamt 125.000 eingereichten und drohenden Klagen vom Tisch, teilte Bayer damals mit.

          Die Vorwürfe gegen Glyphosat hat der Konzern stets zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass Zulassungsbehörden global das Herbizid bei sachgemäßer Anwendung als sicher bewerten. Auch die amerikanische Umweltbehörde EPA gab Bayer dabei Rückendeckung und hatte Warnhinweise auf mögliche Krebsgefahren verboten.

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