https://www.faz.net/-gqe-9p3rj

Bayer-Prozesse um Glyphosat : Keine Entwarnung

  • -Aktualisiert am

In Roundup von Monsanto steckt das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat Bild: Reuters

In einem der 13.000 Glyphosat-Prozesse in Amerika hat ein Richter die zu zahlende Summe für Bayer nun drastisch nach unten korrigiert – und dem Unternehmen doch eine schallende Ohrfeige erteilt.

          Bayer hat in Amerika drei Prozesse um den Unkrautvernichter Glyphosat hinter sich und alle drei verloren. In einem der Fälle hat nun ein Richter die vom Konzern zu zahlende Summe drastisch nach unten korrigiert. Das ist aus Bayer-Sicht gewiss besser als nichts, aber nur ein Mini-Erfolg. Rechnete man den verbliebenen Betrag von 25 Millionen Dollar auf die mehr als 13.000 Glyphosat-Klagen hoch, ergäbe sich noch immer eine gigantische potentielle Belastung.

          Besonders beunruhigend ist, dass der Richter das Urteil im Grundsatz nicht angetastet hat. Und seine Begründung dafür klang nach einer schallenden Ohrfeige für Monsanto, dem zu Bayer gehörenden Hersteller der Herbizide. Monsanto verdiene eine Strafe, sagte der Richter mit Verweis auf Anhaltspunkte im Prozess, wonach der Konzern sich weniger um die Sicherheit seiner Produkte gekümmert habe als um eine Manipulation der öffentlichen Meinung.

          Alarmierend für Bayer ist auch die Aussage des Richters, wonach beide Seiten im Prozess mit ihrer wissenschaftlichen Argumentation zu der Frage überzeugt hätten, ob Glyphosat Krebs verursacht oder nicht. Dabei stellt sich der Konzern regelmäßig auf die Position, er habe die Wissenschaft klar auf seiner Seite. Es gibt für Bayer nach dem Spruch des Richters somit weder Anlass für Erleichterung noch für Entwarnung.

          BAYER

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht
          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Das Netflix des Gamings? Video-Seite öffnen

          Gamescom 2019 : Das Netflix des Gamings?

          Google bringt mit Stadia seinen eigenen, cloud-basierten Gamingservice heraus. F.A.Z.-Digitalredakteur Bastian Benrath hatte auf der Gamescom in Köln die Chance, die Nicht-Konsole des Tech-Giganten zu testen.

          Topmeldungen

          Die Pläne der Senderführung beim HR sind ein Misstrauensvotum gegen die eigenen Mitarbeiter.

          Kurs des Hessischen Rundfunks : Weniger Kultur wagen?

          Beim Hessischen Rundfunk soll das Radio-Kulturprogramm hr2 nach dem Willen der Senderführung verschwinden. Die Argumentation für diesen Schritt ist typisch. Sie zeugt von Verachtung – für die Kultur, die Mitarbeiter und die Beitragszahler.

          Muttermilch-Spenden : Ein Milliliter Lebenskraft

          Fridolin und Jonathan sind viel zu früh geboren. Auf der Intensivstation kämpfen sich die Frühchen in diese Welt – auch dank gespendeter Muttermilch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.