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Pandemie setzt Marktführer zu : Wird das Bausparen zum Auslaufmodell?

Die Kunden von Schwäbisch Hall haben im ersten Halbjahr neue Bausparverträge im Volumen von 11,9 Milliarden Euro abgeschlossen. Bild: Rainer Wohlfahrt

Marktführer Schwäbisch Hall findet immer schwerer Kundschaft. Hoffnung macht nur die Wohnungsbauprämie, die für neuen Auftrieb sorgen soll.

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          Der Begriff Bausparen ist für viele Menschen mit Schwäbisch Hall verknüpft. Vielen ist sofort der aus 1984 stammende Jingle „Auf diese Steine können Sie bauen“ im Ohr und der Bausparfuchs vor Augen, und Marktführer ist das Institut noch immer. „Wir haben den Marktanteil leicht ausgebaut auf mehr als 30 Prozent“, betonte Reinhard Klein, Vorstandschef der Bausparkasse Schwäbisch Hall, vor Journalisten – allerdings mit Blick auf ein Halbjahr, das man wegen Corona auch als desaströs für die Branche beschreiben könnte. Der Lockdown führte zu einem Rückgang an Immobilienbesichtigungen, so dass auch mancher Anlass fehlte, sich mit Baufinanzierung zu beschäftigen. Und auch der schnelle Umstieg auf Videoberatungen, den Schwäbisch Hall für seine 3300 Finanzberater in Windeseile ausgerollt hat, änderte nichts daran, dass es viel weniger Abschlüsse gab.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Die Kunden von Schwäbisch Hall schlossen im ersten Halbjahr neue Bausparverträge im Volumen von 11,9 Milliarden Euro ab, 10 Prozent weniger als vor einem Jahr. Deutlich weniger Abwärtsdynamik vermeldete unter den Konkurrenten Wüstenrot, wo das Volumen der eingelösten Bausparverträge nur um 3 Prozent auf 5,1 Milliarden zurückging. Umso schlechter dürften also die kleineren privaten Institute und Landesbausparkassen abgeschlossen haben – sonst käme Schwäbisch Hall nicht auf einen Marktanteilsgewinn.

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