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Baumarktkette : Übernahme von Max Bahr gescheitert

  • Aktualisiert am

Die Marke Max Bahr steht vor dem Aus Bild: dpa

Die geplante Übernahme der Baumarktkette Max Bahr durch die Globus-Supermärkte ist in letzter Minute gescheitert. Noch laufen weitere Verhandlungen, doch der Termin für den Ausverkauf steht bereits.

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          Die Hamburger Baumarktkette Max Bahr wird nun doch nicht an den Supermarkt-Konzern Globus verkauft. Die Verhandlungen seien an unterschiedlichen Vorstellungen über die Mieten gescheitert, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters für den Moor-Park-Fonds, Berthold Brinkmann, der 66 der Max-Bahr-Häuser verwaltet. Er warf Globus vor, seine Forderungen plötzlich drastisch verändert zu haben. Dadurch sei der Verkauf quasi in letzter Minute noch gescheitert. Globus hatte die Immobilien kaufen und die Kette mit 58 Märkten und fast 3000 Mitarbeitern damit weiter betreiben wollen.

          Größter Gläubiger von Moor Park ist die britische Royal Bank of Scotland (RBS). Eine RBS-Sprecherin erklärte: „Wir arbeiten nun mit Hochdruck an anderen Optionen und sind sehr zuversichtlich, dass wir diese in Kürze umsetzen können. Der Erhalt von Arbeitsplätzen spielt dabei eine wichtige Rolle.“

          Brinkmann ließ mitteilen, er führe bereits abschließende Verhandlungen mit einem Baumarktunternehmen über die Übernahme eines Teils der Immobilien. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa-AFX will der Interessent eine größere Anzahl der 66 Max-Bahr-Märkte übernehmen, die sich im Eigentum des Gläubigers Moor Park befinden. Die Verhandlungen sollen noch in dieser Woche abgeschlossen werden. Die 3600 Mitarbeiter des insolventen Unternehmens müssen nun hoffen, dass in die Immobilien andere Baumarkt-Betreiber einziehen und das Personal wenigstens zum Teil übernehmen. Für 20 bis 25 Häuser sei eine Lösung greifbar, hieß es im Umfeld der RBS.

          Die Traditionsmarke „Max Bahr“ dürfte damit aber nach dem am Donnerstag startenden Ausverkauf Geschichte sein.

          Max Bahr war mit dem Baumarktkonzern Praktiker in die Pleite gerissen worden. Die vor allem im Norden Deutschlands vertretene Kette war 2007 von der Gründer-Familie Möhrle an die börsennotierte Praktiker AG verkauft worden - die Immobilien hatte Praktiker aber nicht mit übernommen. Mit dem Aus für Max Bahr verschwindet der letzte Teil von Praktiker in Deutschland. In rund 230 Praktiker-Märkten läuft längst der Ausverkauf.

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