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Baumarktkette : Max Bahr endgültig vor dem Aus

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Max-Bahr-Baumarkt in Schwerin Bild: dpa

Der Verkauf der insolventen Baumarkt-Kette Max Bahr an den Konkurrenten Hellweg ist gescheitert. Nun wird für jeden Standort eine individuelle Lösung gesucht.

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          Die Übernahme der insolventen Baumarktkette Max Bahr ist in letzter Minute gescheitert. Das Bieterkonsortium um den Baumarktbetreiber Hellweg fand bis zuletzt keine Einigung mit dem Hauptvermieter, der ebenfalls insolventen Moor Park MB. Deren größte Gläubigerin ist die Royal Bank of Scotland. Moor Park vermietet 66 der 73 ursprünglich zur Übernahme durch Hellweg vorgesehenen Bau- und Gartenmärkte. Mit der Übernahme hätten insgesamt 3600 Arbeitsplätze in bundesweit 73 Bau- und Gartenmärkten erhalten werden können.

          Die Royal Bank of Scotland stellte sich jedoch bis zuletzt quer. Die Bank machte ihre Zustimmung letztendlich davon abhängig, dass Hellweg eine Konzernbürgschaft entsprechend der bisherigen Konzerngarantie der insolventen Praktiker AG abgibt, wie die Insolvenzverwalter erklärten. Praktiker etwa hatte bei der Übernahme von Max Bahr 2007 eine abstrakte Mietgarantie über mehrere hundert Millionen Euro übernommen. Eine Konzernbürgschaft wollte Hellweg als mittelständisches Familienunternehmen aber nicht übernehmen.

          Insolvenzverwalter und Vermieter wollen jetzt durch Standortlösungen möglichst viele Märkte mit den zugehörigen Arbeitsplätzen erhalten. Dazu lägen bereits konkrete Interessensbekundungen aus der deutschen Baumarkt-Branche für zahlreiche Standorte vor.

          Konkurrenten wie Hornbach, OBI oder Hagebau hatten nach der Insolvenz des Praktiker-Konzerns immer wieder Interesse an einzelnen Standorten angemeldet. Der Abverkauf der Max-Bahr-Warenbestände soll in Kürze beginnen.

          Der Baumarktkonzern Praktiker war nach zahlreichen Sanierungsversuchen Mitte Juli zahlungsunfähig geworden und stellte daraufhin Insolvenzantrag. Die Tochter Max Bahr folgte kurze Zeit später in die Insolvenz. Praktiker hatte sich unter anderem durch eine ruinöse Rabattschlacht und mehrere Strategieschwenks ins Aus manövriert. Die Insolvenzverwalter fanden in monatelanger Suche weder einen Käufer für den Gesamtkonzern noch für die Märkte der Marke Praktiker, die ebenfalls einzeln verwertet werden.

          Hoffnung bestand bis zuletzt für die qualitativ höher angesiedelte Tochter Max Bahr, wobei sich die Verhandlungen mit dem Vermieter um die Royal Bank of Scotland von Anfang an schwierig gestalteten.

          Nach Arcandor, Hertie, Neckermann und Schlecker ist das Aus von Praktiker und Max Bahr eine weitere große Pleite in der Handelsbranche.

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