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Baumärkte : Kingfisher kommt nach Deutschland

Screwfix-Baumarkt in Großbritannien Bild: Kingfisher

Europas größter Baumarktkonzern Kingfisher wagt sich mit eigenen Filialen in den hart umkämpften deutschen Markt. Nur eine Woche nach dem Aus für die insolvente Kette Praktiker kündigte das britische Unternehmen die Eröffnung von Testmärkten in Deutschland an.

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          Der britische Baumarktkonzern Kingfisher plant überraschend einen Vorstoß auf den deutschen Markt. Zugleich setzt sich der größte europäische Baumarktbetreiber von seinem langjährigen deutschen Partner Hornbach ab. Die Briten zogen am Mittwoch ihre beiden Vertreter in den Aufsichtsräten der Holding und der Baumarkt AG zurück. Zur Begründung hieß es, Kingfisher wolle vorsorglich mögliche Interessenskonflikte vermeiden, die sich aus der Expansionsstrategie ergeben könnten.

          Bernd Freytag
          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Seit der Übernahme von 15 Bricostore-Baumärkten in Rumänien im Mai stehe Kingfisher erstmals seit Beginn der strategischen Allianz mit Hornbach 2001 in direkter Konkurrenz. Die Expansion in den deutschen Markt kündigte Kingfisher bei der Vorlage der Halbjahreszahlen an. Der Konzern will demnach zunächst vier Testmärkte seines kleinflächigen und auf professionelle Kunden ausgerichteten Fachhandelsformats „Screwfix“ eröffnen.

          Ein dritter, von Kingfisher nicht erwähnter Punkt könnte sein, dass der Konzern auch für die insolvente Baumarktkette Max Bahr bieten will. Sollte Kingfisher den Zuschlag für die Tochtergesellschaft der insolventen Praktiker AG bekommen, wäre ein Engagement bei Hornbach problematisch. Kingfisher hält mit 25 Prozent plus 2 Aktien eine Sperrminorität an der Holding, zudem sind die Briten mit kleineren Paketen an den Vorzugsaktien der Holding und den Stammaktien der Baumarkt-AG beteiligt. Die Gründerfamilie Hornbach hatte Kingfisher 2001 geholt, um ein Liquiditätspolster für die Erbschaftssteuer zu schaffen. Die von Kingfisher und Hornbach dabei verkündete strategische Zusammenarbeit hält sich jedoch bis heute in Grenzen. Die Familie machte früh klar, dass eine womöglich von den Briten ins Kalkül gezogene spätere Vollübernahme nicht zur Debatte stehe. Angeblich besitzt die Familie ein Vorkaufsrecht auf die Kingfisher-Anteile. Ein Hornbach-Sprecher sagte, man habe keineHinweise für eine Verkaufsabsicht von Kingfisher und respektiere den Schritt des Kooperationspartners.

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