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Bauklotz der Zukunft : Limoflaschen zu Legosteinen

Noch ohne Farbe: Lego-Steine aus Recyclingmaterial Bild: Reuters

Nicht noch mehr Einwegplastik für die Spielecke: Lego sucht Alternativen für die Herstellung seiner Klötze und glaubt, bei alten Flaschen fündig geworden zu sein. Nun wurde ein Patent angemeldet.

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          Leere Flaschen statt Acrylnitril-Butadien-Styrol-Granulat – so stellt sich der Spielwarenkonzern Lego den Rohstoff für den Bauklotz der Zukunft vor. Der dänische Konzern stellte am Mittwoch den Prototyp für einen Klemmbaustein vor, der nicht mehr aus Einweg-Kunststoff, sondern aus Recyclingmaterial gefertigt wird. Für die neue Materialmixtur habe man ein Patent angemeldet, teilte Lego weiter mit. Vor einer Markteinführung seien aber noch weitere Tests nötig.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine neue Rezeptur für die Klötzchen mit den charakteristischen Noppen auf der Oberseite wäre eine epochale Wende. Seit dem Jahr 1963 nutzt Lego die aktuelle Kunststoff-Mischung, die kurz ABS genannt wird. Das Material ist hinsichtlich der für Kinderspielzeuge wichtigen Kriterien – Stabilität, Bruchfestigkeit und mögliche Schadstoffe - lange durchgetestet, was die Suche nach einer gleichwertigen Alternative erschwert.

          Mit der fortschreitenden Nachhaltigkeitsdebatte sieht sich auch der Konzern unter Druck, nicht mehr unbegrenzt erdölbasiertes Neuplastik in den Umlauf zu bringen. In den Legoschachteln werden künftig schon die Plastikbeutel für Steine durch Papiertüten ersetzt, für die Klötzchen fehlte bislang die Alternative. In der Konzernzentrale im dänischen Billund hofft man nun, die gefunden zu haben.

          Hunderte Materialmischungen getestet

          250 Rezepturen mit PET-Kunststoff aus gebrauchten Flaschen wurden nach Konzernangaben über drei Jahre getestet, dazu hunderte andere Kunststoffzusammensetzungen. Die meisten fielen in den Tests offenbar durch. „Die größte Herausforderung auf unserem Nachhaltigkeitsweg ist es, neue Materialien zu entwickeln, die genauso haltbar, stark und hochwertig sind wie unsere bestehenden Steine“, sagt Lego-Umweltmanager Tim Brooks.

          Auch Polyethylen auf Zuckerrohrbasis, das Lego schon für flexible Teile nutzt, wurde für die Standardsteine aussortiert. Es eigne sich „perfekt für kleinere und weichere Teile wie Bäume, Äste, Blätter und Accessoires für Minifiguren“. Aber: Aktuell eigne es sich „nicht für härtere, stärkere Elemente“, stellt Lego knapp fest.

          Knackpunkt Bruchfestigkeit

          Dass Steine nicht zu leicht zerbrechen können, ist die größte Herausforderung auf dem Weg zum Bauklotz der Zukunft. Traditionelle Lego-Steine halten Fußtritten besser stand als Getränkeflaschen. Doch die zum Patent angemeldete Materialmischung ändere das. Lego spricht von einer „maßgeschneiderten Aufbereitungstechnik, die das recycelte PET mit speziellen Zusätzen härter macht“.

          Das waren mal Flaschen: Rohstoff für den Prototyp des neuen Lego-Steins
          Das waren mal Flaschen: Rohstoff für den Prototyp des neuen Lego-Steins : Bild: Lego

          Um welche chemischen Zusätze es geht, lässt Lego allerdings offen. Der Konzern beteuert aber, dass er ein neues Material nur dann als nachhaltig ansehe, wenn wiederverwertete Stoffe genutzt werden, kaum Abfall entstehe und die verwendete Chemie selbst nachhaltig sei. Die Lebensmittelsicherheitsbehörden aus Amerika und der Europäischen Union, FDA und EFSA, sollen die neuen Herstellungsprozesse genehmigt haben.

          Für den Prototyp wurde PET-Recyclingmaterial von Zulieferern aus den Vereinigten Staaten verwendet. Das neue Verfahren ermögliche es, dass aus einer Ein-Liter-PET-Flasche bis zu zehn Lego-Standardsteine mit zwei mal vier Noppen auf der Oberseite werden, erklärt der Konzern. „Mit diesem Prototyp können wir den Fortschritt zeigen, den wir machen“, jubelt Manager Brooks.

          Doch bis die neuen Steine in Kinderhände gelangen „wird noch einige Zeit vergehen“ – die Markteinführung lässt Lego offen. Davor seien weitere Tests nötig. In gut einem Jahr wollen man über das Anlaufen einer Pilotproduktion entscheiden. „Vor uns liegt noch ein langer Weg, aber wir sind zufrieden mit den Fortschritten, die wir machen“; sagt Manager Brooks.  „Auch wenn es noch eine Weile dauert, bis Kinder mit Steinen aus recyceltem Plastik spielen, sollen sie schon jetzt wissen, dass wir daran arbeiten.“

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