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Bau : Übernahmegerangel bei Hochtief

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Auch andere Baukonzerne fürchten einen Vorstoß euopäischer Wettbewerber wie bei Hochtief Bild: dapd

Im Übernahmekampf um den Essener Baukonzern positionieren sich die Beteiligten. Während die Australien-Tochter auf Distanz geht, erhält Hochtief Unterstützung vom Hedgefonds Hermes. Unterdessen sorgt sich die Baubranche, weitere europäische Wettbewerber könnten nach deutschen Unternehmen greifen.

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          Beim Versuch, die Übernahme durch den spanischen Wettbewerber ACS abzuwehren, hat der Essener Baukonzern Hochtief nun offenbar Unterstützung von dem Hedgefonds Hermes erhalten. Dessen Manager Hans-Christoph Hirt sagte laut einem Zeitungsbericht, Übernahmeversuche unterstütze Hermes nur in Ausnahmefällen, wenn sie etwa „Synergien oder strategische Vorteile“ versprechen. Hochtief wehrt sich derzeit vehement gegen eine Übernahme durch den spanischen Bieter ACS, der mit knapp 30 Prozent größter Hochtief-Aktionär ist.

          Die australische Hochtief-Tochter Leighton geht Presseberichten zufolge allerdings auf Distanz zu dem Essener Baukonzern. Leighton werde von Hochtief entsandten Aufsichtsräten nicht mehr alle Informationen zur Verfügung stellen, um Interessenskonflikte zu vermeiden, berichtete die Zeitung „The Australian“. Um den Druck auf die Spanier zu erhöhen, will der Baukonzern aus Essen den Konkurrenten bereits zu einem Übernahmeangebot auch für seine Australien-Tochter Leighton zwingen und damit den Preis für eine Übernahme in die Höhe treiben. Die Deutschen haben einen entsprechenden Antrag an die australische Börsenaufsicht angekündigt.

          Hochtief-Gremium berät Abwehrmaßnahmen

          Noch an diesem Montag wollte der sogenannte Ad-hoc-Aufsichtsrat über die nächsten Schritte beraten. Der Ausschuss des Kontrollgremiums, in dem kein Vertreter der spanischen Anteilseigner sitzt, war eigens zur Abwehr der als feindlich angesehenen Übernahme gegründet worden. ACS hatte vor gut drei Wochen angekündigt, seinen Anteil über Zukäufe an der Börse auf über 50 Prozent aufzustocken.

          Der Hedgefonds Hermes hat in Deutschland laut dem Bericht zuletzt durch seine Auftritte bei Thyssen-Krupp und Volkswagen für Aufsehen gesorgt. Bei beiden Konzernen habe die Investmentgesellschaft vor allem Verstöße gegen Regeln der guten Unternehmensführung kritisiert, weil Großaktionären Sonderrechte eingeräumt worden waren. Auf der jüngsten Hauptversammlung von Hochtief hatte Hermes-Manager Hirt auf die Unterbewertung des Konzerns an der Börse hingewiesen. Am vergangenen Freitag hatte sich der Hedgefonds Centaurus Capital auf die Seite von ACS geschlagen und sich für einen Verkauf des deutschen Baukonzerns an den spanischen Wettbewerber ausgesprochen.

          Der Übernahmeversuch bei Hochtief alarmiert unterdessen die deutsche Bauindustrie. Der Vorstoß des spanischen ACS-Konzerns könnte zum Vorbild für europäische Baufirmen werden, sich ebenfalls nach günstigen Kaufgelegenheiten in Deutschland umzusehen, fürchtet der Chef des Bauhauptverbands, Michael Knipper. „Deutsche Unternehmen sind aufgrund der fehlenden Basis im Stammmarkt und aufgrund der geringen Renditen im Land anfällig für Übernahmen“, sagte Knipper.

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