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BASF-Stellenstreichung : Flucht nach vorne

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Das Logo von BASF an einem Wegweiser auf dem Firmengelände. Bild: dpa

BASF schockierte am Donnerstag mit der Ankündigung eines massiven Stellenabbaus. Doch wenn der Chemiekonzern jetzt nicht handelt, könnte sein lange erfolgreiches Geschäftsmodell bald Geschichte sein.

          Es lag in der Luft. Im Gespräch mit der F.A.Z. hatte es der BASF-Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller kürzlich schon angedeutet: Wenn sein Unternehmen effizienter werden solle, würden am Ende auch weniger Mitarbeiter gebraucht. Jetzt ist klar, was er meinte: Bis 2021 wird der Konzern 6000 seiner rund 120.000 Stellen auf der Welt streichen.

          Die Hälfte davon in Deutschland, vor allem am Konzernsitz Ludwigshafen. Der Schritt kommt nicht überraschend: BASF hinkt schon seit einiger Zeit seinen Ambitionen hinterher. Der größte Chemiekonzern der Welt wächst langsamer als die Chemiekonjunktur. Investorenvertreter hatte dem Vorstand auf der Hauptversammlung ein Wachstums- und Profitabilitätsproblem attestiert – ein Warnschuss, der nicht überhört werden sollte.

          Brudermüller ist angetreten etwas zu ändern, verkrustete Strukturen aufbrechen, den schwerfällig gewordenen Konzern wieder schneller und effizienter zu machen. Wenn er jetzt nicht handelt, könnte das lange erfolgreiche Geschäftsmodell eines integrierten Chemiekonzerns bald der Geschichte angehören.

          BASF

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          Der Rivale Bayer zeigt, was aktivistische Investoren erreichen können. Dort muss der amerikanische Hedgefonds Elliott nur mit dem Gedanken einer Zerschlagung spielen und schon legt die Aktie zu. Soweit will es BASF gar nicht erst kommen lassen.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Ludwigshafen.

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