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Weltgrößter Schokoladenkonzern : „Wir wollen die Kinderarbeit ausmerzen“

Kinder, wie dieses neunjährige Mädchen an der Elfenbeinküste im Jahr 2017, arbeiten schwer bei der Kakaoernte und Trocknung Bild: dpa

Antoine de Saint-Affrique führt mit Barry Callebaut aus Zürich den weltgrößten Schokoladenkonzern. Er erklärt, warum es so schwierig ist, die Missstände im Kakaoanbau zu beseitigen, und was er vom Lieferkettengesetz hält.

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          Herr de Saint-Affrique, in Ihrem gerade veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht steht, dass es im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 in Ihrer Lieferkette 23.000 Fälle von Kinderarbeit gab. Das sind 500 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wie erklären Sie dieses Desaster?

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Zunächst einmal: Diese Kinder arbeiten auf der Farm ihrer Eltern. Für den Anstieg gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Die Kriterien dafür, was unter schwerer Kinderarbeit zu verstehen ist, wurden verändert. In Ghana gilt neu als Kinderarbeit, wenn ein Kind mit einer Machete Gras schneidet. Zudem ermitteln wir von immer mehr Farmen die genauen Arbeitsverhältnisse. So kommen auch mehr Fälle ans Licht. Aber nur so können wir Abhilfe schaffen.

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