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Barmer GEK : Überfällige Reform

  • -Aktualisiert am

Bei der Barmer GEK sollen 3500 Stellen wegfallen. Bild: dpa

Der Schnitt bei der Barmer GEK fällt auch deshalb so scharf aus, weil er so spät kommt. Vorstände und Verwaltungsräte haben sich zu lange für unsinkbar gehalten.

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          Schöner und größer war gestern, schlank und effizient ist heute. Die Abmagerungskur, die Christoph Straub der mitgliederstärksten Krankenkasse verordnet, war überfällig. Der Vorstandschef sucht zu heilen, was vor vier Jahren bei der Fusion von Barmer und GEK versäumt wurde: Doppelstrukturen abschaffen, überflüssige Verwaltung kappen, Abläufe vereinfachen. Es gilt, die Organisation wie bei Wettbewerbern auf Effizienz zu trimmen. 3500 Vollzeitstellen sollen bis 2018 wegfallen. Weil die Kasse viele Teilzeitbeschäftigte hat, wird mehr als jeder Fünfte seinen Arbeitsplatz verlieren. Das ist bitter.

          Der Schnitt fällt auch deshalb so scharf aus, weil er so spät kommt. Viel zu lange haben Vorstände und Verwaltungsräte sich im fahlen Licht der „größten Krankenkasse“ gesonnt und für unsinkbar gehalten. Doch der Traum vom „too big to fail“ hat schon Großbanken getrogen. Ein schlichtes „weiter so“ hätte die Barmer noch mehr in die Krise getrieben. Offenbar hat der durch lohnunabhängige Zusatzbeiträge verschärfte Wettbewerb der Kassen vermocht, wozu die Aufsicht zu schwach ist: Die Kassen zu einem effizienten Umgang mit den Beitragsgeldern ihrer Mitglieder zu veranlassen.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

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