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Barilla : Vom Rennfahrer zum Nudelkönig

Paolo Barilla Bild: Melanie Duchene

Der frühere Formel-1-Pilot Paolo Barilla will den größten Pasta-Hersteller der Welt in der Hand der Familie halten. Er weiß: Einfach ist das nicht.

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          Paolo Barilla war zehn Jahre alt, als das wohl dunkelste Kapitel in der Geschichte seiner Familie begann. Sein Vater Pietro Barilla und sein Onkel Gianni sahen sich im Jahr 1971 gezwungen, ihr Unternehmen zu verkaufen. Die bekannten Nudelproduzenten aus dem norditalienischen Parma litten unter den schwierigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen in jener Zeit, in der die berüchtigten Roten Brigaden das Land terrorisierten und dabei immer wieder auch Firmen und deren Manager ins Visier nahmen. Das machte den Barillas Angst. Hinzu kam: Ölkrise, Rezession und rasant gestiegene Hartweizenpreise radierten die Margen im Pasta-Geschäft aus. Überdies hatten Pietro und Gianni unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Strategie einzuschlagen sei. Also veräußerten sie schließlich das Unternehmen, das ihr Großvater 1877 gegründet hatte, an den amerikanischen Konzern W.R. Grace.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          „Mein Vater litt sehr unter diesem Verkauf“, erinnert sich Paolo Barilla im Gespräch mit der F.A.Z. bei einem Besuch in Zürich. „Er hatte das Gefühl, sich illoyal gegenüber seinen Vorfahren, also den Gründern des Unternehmens, verhalten zu haben.“ Fortan zerbrach sich der Vater den Kopf darüber, wie er diese Schmach tilgen konnte. Seine Chance kam Ende der Siebzigerjahre. Der amerikanische Eigentümer kam nicht klar mit seiner italienischen Beute und war unzufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Also bot er Pietro Barilla an, die Firma zurückzukaufen. Doch die Banken waren skeptisch. „Mein Vater brauchte einen weiteren Kapitalgeber – und fand ihn in Hortensia Anda-Bührle.“

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