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Bankerboni in Großbritannien : Goldman Sachs denkt wegen Steuer an Bonusverschiebungen

  • Aktualisiert am

Vor dem Goldman Sachs-Gebäude in London. Bild: REUTERS

Um ihren gut verdienenden Mitarbeitern Steuern zu ersparen, will die amerikanische Wall Street-Bank in Großbritannien womöglich später als üblich Boni ausschütten - nach dem 6. April, wenn der Einkommensteuerspitzensatz gesunken sein wird.

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          Goldman Sachs gehört offenbar zu einer Reihe von Banken, die überlegen, Gehaltsboni in Großbritannien aus Steuergründen später auszuzahlen als üblich. Das berichtet die Zeitung „Financial Times“. Am 6. April sinkt der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer von 50 auf 45 Prozent - auf die nach diesem Datum ausgeschütteten Boni entfiele dann der niedrigere Steuersatz.Im Falle von Goldman geht es demnach um aufgestaute Bonuszahlungen für die Jahre 2010, 2011 und 2012.

          Der Schritt könnte eine Kontroverse nicht nur in Großbritannien auslösen, wenngleich er legal ist. Dem Bericht zufolge haben nicht nur Banken, sondern auch große Unternehmen anderer Branchen mit dem Gedanken gespielt, die Bonuszahlungen in die Zeit niedrigerer Steuersätze zu verschieben, und sie nicht wie üblich in den Jahresanfangsmonaten Januar, Februar und März auszuzahlen. Die meisten seien allerdings zu der Überzeugung gelangt, dass der potentielle Rufschaden es nicht wert ist, so zu verfahren.

          Goldman schüttete in Amerika wegen Steueränderungen früher aus

          Steuerzahlungen um einige Wochen nach vorne oder hinten zu verschieben, kann keinen geringen Effekt auf das Steueraufkommen haben. Im Jahr 2010, als der Spitzensteuersatz von 50 Prozent in Großbritannien eingeführt wurde, sind die Steuereinnahmen des Staates nach Angaben des Office for Budget Responsibility um 16 Milliarden Pfund geringer ausgefallen.

          Goldman Sachs hat sich in Reaktion auf Steueränderungen in den Vereinigten Staaten bereits ähnlich verhalten. Nur Stunden, bevor der amerikanische Kongress die sogenannte Fiskalklippe umschiffte und am 31. Dezember in letzter Minute Steuererhöhungen beschloss, gab die Bank Bonuszahlungen für ihre amerikanischen Mitarbeiter frei - und damit noch im Jahr 2012, berichtet die „FT“ weiter.

          Dass viele Banken dem Vernehmen nach darauf verzichten, ihre Bonuszahlungen an die in Kraft tretenden Steuersenkungen anzupassen, hängt angeblich auch mit dem Fall der Kaffeehauskette Starbucks zusammen. Das Unternehmen zahlte freiwillig 20 Millionen Pfund Steuern, nachdem es in die Kritik geraten war, unglaublich wenig Steuer in Großbritannien zu zahlen, obwohl es dort viel Geschäft macht.  

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