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Bankenpräsident Sewing : „Staatsgeld darf nicht zur Droge werden“

In der Doppelrolle: Christian Sewing führt nun auch den Bankenverband. Bild: Frank Röth

Für die Wirtschaft sei das Staatsgeld während der Pandemie als Akutmedizin nötig gewesen, sagt Bankenpräsident Sewing im Interview. Dieser Ausnahmezustand müsse jedoch enden.

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          Herr Sewing, Sie wollen wettbewerbsfähige Banken in Deutschland und in Europa. Ihr Vorgänger Hans-Walter Peters hat besonders die bedenklich große Kluft zu den amerikanischen Banken betont. Sehen Sie die Lage auch so ernst?

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.
          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Die Kluft ist in der Tat groß. Das hat verschiedene Gründe. Der amerikanische Bankenmarkt ist anders strukturiert als der europäische. Hinzu kommt, dass wir in den Vereinigten Staaten schon seit Jahren eine andere Zinspolitik haben als hier, die unterm Strich einen milliardenschweren Vorteil für die US-Banken schafft. Der dritte Grund ist, dass Amerika insgesamt, aber auch die amerikanischen Banken mit der Finanzkrise schneller und besser umgegangen sind als wir. Das alles hat dazu geführt, dass US-Banken heute deutlich profitabler und an den Börsen höher bewertet sind als europäische. Das macht mir aber keine Angst. Wir müssen jetzt aufholen. Denn das Wichtigste ist, dass unsere Kunden in Europa, aber auch in anderen Regionen Alternativen zu amerikanischen Banken haben wollen. Das hören wir immer wieder. Diese Chance müssen wir nutzen.

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