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Bankenkrise : UBS meldet Rekordverlust

  • Aktualisiert am

5,35 Milliarden Euro Verlust allein im Schlussquartal Bild: AFP

Im Krisenjahr 2008 hat die Schweizer Großbank UBS soviel Verlust gemacht, wie noch nie: 19,7 Milliarden Franken. Dennoch: Ein Verlust in dieser Größenordnung war schon länger erwartet worden. Und die UBS selbst spricht sogar von einem „ermutigenden“ Start ins Jahr 2009.

          Die Schweizer Großbank UBS hat im vierten Quartal 2008 einen Rekordverlust von 8,1 Milliarden Franken (5,35 Milliarden Euro) gemacht. Im Gesamtjahr gab es einen Reinverlust von 19,7 Milliarden Franken (13 Milliarden Euro), wie die Bank am Dienstag mitteilte.

          Das entspricht in etwa den Erwartungen, die Analysten im Vorfeld der Bekanntgabe der Jahreszahlen hatten: Schon seit Ende Januar ist davon die Rede, dass mit einem Verlust in der Größenordnung von bis zu 20 Milliarden Franken zu rechnen sei. Die UBS führte die Zahlen vor allem auf falsche Entscheidungen ihrer Investmentbank zurück. Bis Ende dieses Jahres sollen dort rund 2000 Stellen abgebaut werden.

          Im Jahr 2007 als die Finanzkrise erst begonnen hatte, war bereits ein Jahresverlust von 4,4 Milliarden Franken angefallen. Der Verlust des vierten Quartals 2007 von 12,45 Milliarden Franken hatte schon einen Vorgeschmack auf das Jahr 2008 gegeben.

          „Ermutigender“ Start ins neue Jahr

          Die UBS teilte trotz des Rekordverlustes mit, einen „ermutigenden“ Start ins Jahr 2009 gehabt zu haben. Sowohl im Wealth Management als auch im Asset Management seien Nettoneugelder zugeflossen. Die Lage an den Finanzmärkten sei allerdings nach wie vor instabil und die Liquiditätslage der Unternehmen und Haushalte verschlechtere sich zunehmend. Der Ausblick bleibe für die absehbare Zukunft von Vorsicht geprägt. Nach Einschätzung von Konzernchef Marcel Rohner wird die UBS trotz allem in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Eine Dividende für 2008 werde es nicht geben.

          Die Bank werde die laufenden Maßnahmen zur Stärkung ihrer finanziellen Position fortsetzen, indem Risikopositionen und risikogewichtete Aktiva abgebaut sowie die Bilanz und die operativen Kosten reduziert würden. Damit könnten sich das Management und alle weiteren Bereiche der Bank darauf konzentrieren, das Kernkundengeschäft zu bewahren und auszubauen, hieß es weiter.

          Im Krisenjahr 2008 hatte der Schweizerische Staat dem in Not geratenen Geldhaus bereits beispringen müssen. Im Mittelpunkt der Hilfsmaßnahmen stand die Ausgliederung an Wertpapieren in eine „Bad Bank“ der Nationalbank (SNB). Seitdem darf der Staat auch bei der Gehaltspolitik der UBS mitreden.

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