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Australiens Bankenkrise : Banker und Betrüger

Blick auf die „Commonwealth Bank of Australia“ in Sydney im April. Bild: Reuters

Eine Untersuchungskommission fördert in Australien erschreckende Praktiken der Banken zutage. Das System ist erschüttert. Vorstände und Aufsichtsräte fallen.

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          Dies ist die Stunde der Schwarzseher, der Besserwisser, der alten Männer. Alle versuchen inzwischen, die tiefe Krise der australischen Finanzinstitute für sich zu nutzen. Die einen rufen die ganz große Krise aus, die anderen haben es schon immer gewusst, und die Ewiggestrigen versuchen, das Debakel für sich zu nutzen. Denn die Banker stehen da wie der König ohne Kleider; die an der Spitze müssen ihren Schreibtisch räumen, den anderen werden die Boni gestrichen, und der Ruf ist auf Jahre tief beschädigt. Wie ein Dauerbeschuss zermürben die Bekenntnisse, die die staatliche australische Untersuchungskommission den Bankern im Tagesrhythmus entreißt, das Fundament des Finanzplatzes: Arroganz, Betrug, Eigenmächtigkeit, Selbstüberschätzung, Bereicherung, Bestechlichkeit gehören augenscheinlich zum Tagesgeschäft in der Finanzindustrie „down-under“. Der Skandal um seine führenden Banken erschüttert Australien so wie der Dieselbetrug die Automobilindustrie Deutschlands.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Lange hatte sich Ministerpräsident Malcolm Turnbull gegen das Einsetzen einer Royal Commission gewehrt, um Licht in das Dunkel der australischen Institute zu bringen. Er ist selbst Banker, seine Karriere bei Goldman Sachs brachte ihm Wohlstand und ein Netz wertvoller Verbindungen. Dann aber konnte er dem Druck der Opposition nicht mehr standhalten und stimmte zu; eine Kommission ranghoher Juristen soll das Treiben der Banker beleuchten – im Dezember vergangenen Jahres wurde die Königliche Kommission zur Untersuchung des Fehlverhaltens in der Banken-, Renten- und Finanzdienstleistungsindustrie geboren. Bis Februar 2019 wird ihr Abschlussbericht vorliegen.

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