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Bankenkrise : Ackermann schockiert die Anleger

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Ackermann sprach von einer schmerzhaften Korrekturphase Bild: dpa

Die Krise an den Kreditmärkten geht auch an der Deutschen Bank nicht spurlos vorbei: Vorstandschef Ackermann gab in einem Fernseh-Interview zu: „Auch die Deutsche Bank hat Fehler gemacht.“ Er rechnet mit einer Ergebnisbelastung im dritten Quartal.

          Die Deutsche Bank rechnet wegen der Krise an den Kreditmärkten mit einer Ergebnisbelastung im dritten Quartal und verschiebt geplante Neueinstellungen. Vorstandschef Josef Ackermann räumte am Mittwochabend in einem ZDF-Interview Fehler seines Hauses in den vergangenen Monaten ein.

          So sei Deutschlands größte Bank in der allgemeinen Markteuphorie zu Beginn des Jahres übertriebene Kreditengagements eingegangen, die derzeit nicht mehr weiterverkauft werden könnten und daher neu bewertet würden. „Und das belastet unsere Erfolgsrechnung im dritten Quartal“, betonte Ackermann. Er gab sich aber zuversichtlich, dass das Gröbste überstanden sei.

          „Auch die Deutsche Bank hat Fehler gemacht“

          „Auch die Deutsche Bank hat Fehler gemacht, auch in dieser Krise“, sagte Ackermann. Der Deutsche-Bank-Chef nannte zwar keine konkreten Zahlen zur Höhe der Negativfaktoren im laufenden Quartal. Er bezifferte aber das Volumen der eingegangenen Finanzierungen für große Übernahmen mit 29 Milliarden Euro. „Wir korrigieren jetzt die Werte all dieser Kreditversprechungen über die nächsten neun Monate“, sagte Ackermann in einer für Donnerstag aufgezeichneten Sendung. Er sprach insgesamt von einer schmerzhaften Korrekturphase an den Märkten.

          Banken auf der ganzen Welt finden derzeit an den Finanzmärkten kaum mehr Käufer für Kreditrisiken, da die Anleger im Zuge der Krise am amerikanischen Hypothekenmarkt sehr zurückhaltend geworden sind. Zahlreiche fremdfinanzierte Übernahme-Deals von Beteiligungsfirmen liegen deshalb auf Eis. Insgesamt werden Käufer für Kredite in Höhe von mehr als 220 Milliarden Euro gesucht. Die Deutsche Bank ist unter anderem an der Finanzierung der mehr als 16 Milliarden Euro schweren Übernahme der britischen Apothekenkette Alliance Boots durch den amerikanischen Finanzinvestor KKR beteiligt. Dieser größte schuldenfinanzierte Zukauf in Europa kommt wegen der Zurückhaltung der Investoren nur schleppend voran.

          „Keine größeren Zeitbomben“

          Auch an anderer Stelle wirkt sich die Krise an den Finanzmärkten bei der Deutschen Bank aus: Ackermann signalisierte, Pläne für eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl auf 80.000 von derzeit 76.000 in diesem Jahr fallen zu lassen. „Das werden wir wahrscheinlich jetzt nicht tun, weil die Märkte das so nicht hergeben“, sagte der Manager.

          Der Bankchef äußerte sich insgesamt aber optimistisch, dass nach der SachsenLB und der Mittelstandsbank IKB keine weiteren Krisenfälle auftreten sollten. Alle größeren Risiken seien mittlerweile transparent gemacht worden. „Ich gehe davon aus, dass hier keine größeren Zeitbomben ticken“, betonte Ackermann. Er zeigte sich auch zuversichtlich, dass die Investoren bald wieder an die Kreditmärkte zurückkehren. „Dann kann sich sehr schnell die Lage etwas beruhigen“, sagte er. Die SachsenLB und die IKB sind die prominentesten deutschen Opfer der amerikanischen Hypothekenkrise. Sie mussten beide kurzfristig finanziell gestützt werden.

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