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Banken : Zumwinkel: Großes Interesse an der Postbank

  • Aktualisiert am

Begehrt: Die Postbank Bild: dpa

Noch steht die größte deutsche Privatkundenbank nicht zum Verkauf, dennoch gibt es schon reichlich Interessenten. Gegenüber der F.A.Z. lies Post-Chef Zumwinkel durchblicken, im kommenden Jahr könne über die Zukunft der Bank nachgedacht werden.

          Die offiziell noch gar nicht zum Verkauf stehende Postbank stößt auf reges Kaufinteresse. Es gebe eine „Schlange von Interessenten, darunter auch ausländische Banken“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Die größte deutsche Privatkundenbank stehe „derzeit“ zwar nicht zum Verkauf. Aber über ihre Zukunft „kann man im nächsten Jahr intensiver nachdenken, wenn die gesamte Regulierung abgeschlossen ist und die Verhältnisse auf dem Briefmarkt klar sind“, sagte der Chef des Postbank-Mutterkonzerns.

          Erstmals Entlassungen bei der Post denkbar?

          Nach dem Scheitern der Mindestlohnvereinbarung und dem Wegfall des Briefmonopols könnte es bei der Post erstmals in der Konzerngeschichte zu Kündigungen kommen. Bei einem schnellen Umsatzeinbruch „bleibt mir nichts anderes übrig, als Mitarbeitern auch zu kündigen“, sagte Zumwinkel der F.A.Z. Bei einem langsamen Schrumpfungsprozess werde sich der Umsatzverlust durch die normale Mitarbeiterfluktuation auffangen lassen.

          Im kommenden Frühjahr endet der mit der Gewerkschaft Verdi vereinbarte Kündigungsverzicht. Eine Verlängerung sei wegen der Unsicherheit auf dem Markt eine „knifflige Frage“, so Zumwinkel. Neue Chancen für einen allgemein verbindlichen Mindestlohn sieht der Postchef vorläufig nicht. Den 4500 Beschäftigten der Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes Postdienste - der größte Teil von ihnen arbeitet bei Tochtergesellschaften der Deutschen Post - winken von Dezember an dennoch höhere Löhne von bis zu 9,80 Euro in der Stunde. Zumwinkel versicherte, dass er die Ausstiegsklausel, auf die sich beide Seiten für den Fall eines Scheiterns der Allgemeinverbindlichkeit geeinigt hatten, nicht nutzen werde.

          Vertrieb einer Gratiszeitung?

          Konkrete Formen nehmen die Postpläne für den Vertrieb einer bundesweiten Gratiszeitung an. „Es gibt dafür viele Avancen aus dem deutschen Verlegerlager“, sagte Zumwinkel. Er will sich dabei nicht mit der Rolle des Auftragnehmers zufrieden geben, der die Zeitung für einen Verlag zustellt. Weil die Post einen „hohen Anteil an der Wertschöpfungskette“ haben werde, strebe er die Beteiligung an einer Partnerschaft an.

          Zumwinkels Äußerungen ließen erkennen, seinen Ende November 2008 auslaufenden Vertrag als Vorstandschef nicht verlängern, sondern an die Spitze des Aufsichtsrates wechseln will. Ähnlich wie bei der Lufthansa, wo Vorstandschef Jürgen Weber diesen Rollentausch vollzogen hatte, könnten der Post so „persönliche Erfahrungen, Verbindungen und Netzwerke“ erhalten bleiben. Ob er sein Mandat als Aufsichtsratschef bei der Deutschen Telekom niederlegt, will Zumwinkel Im Februar oder März kommenden Jahres entscheiden, also rechtzeitig zur Telekom-Hauptversammlung im Mai.

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