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Finanzskandale : Banken zahlen 260 Milliarden Dollar Strafe

  • Aktualisiert am

Britische Banken müssen insgesamt 75 Milliarden Dollar zahlen – hier das Finanzviertel Canary Wharf. Bild: AP

Finanzkrise, Zinsmanipulationen, Steuerhinterziehung: Banken zahlen kräftig für ihre Skandale. Eine neue Studie zeigt: Das ist noch nicht das Ende.

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          Für die Finanzskandale der vergangenen Jahre haben die Banken in den Vereinigten Staaten und Westeuropa bisher rund 260 Milliarden Dollar an Strafen und anderen Rechtskosten gezahlt, also rund 230 Milliarden Euro. Eine Auswertung der Investmentbank Morgan Stanley zeigt: Die Rechnung ist noch nicht abgeschlossen. Die Bank rechnet damit, dass noch weitere 65 Milliarden Dollar dazukommen.

          Die größten Zahlungen mussten bisher amerikanische Banken leisten. Allein die Bank of America, die 2009 die Investmentbank Merrill Lynch übernommen hatte, hat bislang mehr als 47 Milliarden Dollar für Verfehlungen in der Finanzkrise bezahlt, dazu kommen rund 18 Milliarden Dollar für weitere Vergehen.

          In Europa zahlten die britischen Banken am meisten. Sie haben insgesamt mehr als 40 Milliarden Dollar für einen Skandal um Restschuldversicherungen aufbringen müssen. Die Deutsche Bank steht in der Auswertung mit fast zwölf Milliarden Dollar Strafzahlungen an Rang sieben der großen Banken aus den Vereinigten Staaten und Westeuropa. Allerdings bemängelt Morgan Stanley, dass es schwierig sei, ein klares Bild von den Zahlungen in Europa zu bekommen.

          Dort stünden jetzt noch mehr Zahlungen aus als in den Vereinigten Staaten, so die Analysten. 122 Milliarden Dollar seien schon gezahlt worden, rund 50 Milliarden Dollar könnten noch dazukommen, also rund 30 Prozent der Gesamtsumme. In den Vereinigten Staaten stünden nur noch rund 10 Prozent aus.

          Die bisher gezahlte Gesamtsumme von umgerechnet 230 Milliarden Euro würde genügen, um die größten Posten im Bundeshaushalt ein Jahr lang zu bezahlen: den großen Sozialhaushalt, dazu die Verteidigungsausgaben, die Kosten für Verkehr, Bildung, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren sowie Entwicklungshilfe.

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