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Banken : Zähe Einigung im Sparkassen-Lager

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Drei Landesbanken und die Dekabank dürfen zur Verbriefungsinitiative stoßen. Darauf haben sich die Vorstandsvorsitzenden nach langen Debatten verständigt.

          Nach intensiver Diskussion haben sich die Vorstandsvorsitzenden der Landesbanken und der Dekabank am Donnerstag abend darauf verständigt, daß sich die WestLB, die Bayerische Landesbank und die Hessisch-Thüringische Landesbank (Helaba) direkt an der Bankengruppen übergreifenden Zweckgesellschaft zur Verbriefung von Krediten beteiligen dürfen. Unklar ist jedoch, ob die anderen Teilnehmer aus dem Lager der privaten Banken, die Hypo-Vereinsbank, die Deutsche Bank, die Dresdner Bank und die Commerzbank sowie das genossenschaftliche Zentralinstitut DZ Bank und die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), so viele Teilnehmer aus dem Sparkassen-Sektor akzeptieren werden; zumal mit dem Zentralinstitut Dekabank, das für alle übrigen Institute der Sparkassen-Organisation mit am Tisch sitzen wird, insgesamt sogar vier Sparkassen-Gesellschaften beteiligt sein wollen.

          Innerhalb der Sparkassen-Organisation wurde darum gerungen, ob allein die Dekabank oder auch einige Landesbanken an dem Projekt teilnehmen sollten. Die kleinen Landesbanken waren für eine Gemeinschaftslösung unter der Führung der Dekabank, während diejenigen Landesbanken, die sich für groß genug halten, sich lieber direkt an der Zweckgesellschaft beteiligen wollten. Im Vorfeld der Entscheidung hatte es zudem Ärger gegeben, weil KfW-Vorstandssprecher Hans Reich schon die Teilnahme der Dekabank öffentlich verkündet hatte, obwohl der Meinungsbildungsprozeß innerhalb der Sparkassen-Gruppe noch nicht abgeschlossen war. Auch daß Werner Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Landesbank, am Mittwoch die Bilanzpressekonferenz dazu genutzt hatte, um vor der entscheidenden Sitzung am Donnerstag die direkte Teilnahme seines Institutes zu verkünden und damit Tatsachen schuf, nannten einige in der Sparkassen-Organisation als nicht hilfreich.

          Experten sehen durch die Teilnahme der Sparkassen-Gruppe die Verbriefungsinitiative der KfW gestärkt. Ziel ist es, daß Banken Kredite bündeln, an eine Zweckgesellschaft verkaufen, diese die Kreditbündel dann in Wertpapiere (Asset Backed Securities) umwandelt und am Kapitalmarkt verkauft. Da die Banken für jeden Kredit teures Eigenkapital vorhalten müssen, stellen Kreditverkäufe eine Entlastung dar. Der Markt für Verbriefungen gilt in Deutschland jedoch gegenüber London und Dublin als unterentwickelt. "Wir machen mit, weil wir die KfW-Initiative für eine sinnvolle Bankengruppen übergreifende Zusammenarbeit halten, die den Finanzplatz Frankfurt stärkt", sagte eine Sprecherin einer beteiligten Landesbank. Gleichwohl bleiben im Sparkassen-Lager Zweifel. So sei das Argument der KfW, die verkauften Kredite schüfen in den Bankbilanzen Raum für neu vergebbare Kredite an den Mittelstand, sehr fraglich. Angesichts der niedrigen Kernkapitalquoten insbesondere der Hypo-Vereinsbank gehe es wohl um eine grundsätzliche Entlastung, heißt es.

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