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Banken-Stresstests : 128 Großbanken müssen zum Bilanz-TÜV der EZB

  • Aktualisiert am

Die Stresstest-Pläne sind weiter gediehen als das neue EZB-Gebäude Bild: dpa

Vor dem Start der europäischen Bankenaufsicht will die EZB die Bilanzen von 128 Geldhäusern aus dem Euroraum durchleuchten. Aus Deutschland sind 24 Institute dabei, darunter Deutsche Bank, Commerzbank und die Landesbanken.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) will in den nächsten zwölf Monaten 128 Banken aus den künftig 18 Euro-Ländern auf Herz und Nieren prüfen. 24 Banken stammen aus Deutschland, so viele wie aus keinem anderen Land, wie die EZB am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Die 24 deutschen Teilnehmer decken nach Angaben der Bundesbank und der Finanzaufsicht BaFin 65 Prozent des Bankensektors ab -europaweit sind 85 Prozent erfasst.

          Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank und die sechs großen Landesbanken gelten als sichere Kandidaten für die EZB-Aufsicht. Aber auch die IKB, 2007 das erste Opfer der Finanzkrise in Deutschland, und der Absatzfinanzierer Volkswagen Bank sowie die Muttergesellschaft der Bausparkasse Wüstenrot müssen sich der Prüfung unterziehen. Die Förderbank KfW untersteht zwar nicht der Bankenaufsicht, wohl aber ihr Exportfinanzierer KfW-Ipex. Als einzige Sparkasse ist die Hamburger Haspa mit von der Partie.

          EZB fordert acht Prozent hartes Kernkapital

          Die deutschen Banken bereiteten sich intensiv auf die Bilanzprüfung vor, heißt es von der Bafin und der Bundesbank. Die Hürde von acht Prozent, die die Banken beim Bilanztest überspringen müssen, haben die meisten großen Institute in den vergangenen Jahren locker genommen. Sie entspricht dem Wert, den Banken weltweit eigentlich erst Anfang 2019 erreichen müssten - zuzüglich eines Puffers von einem Prozentpunkt.

          Nach Angaben der EZB liegt die Kapitalausstattung der größten Banken in Europa im Mittel bei fast zwölf Prozent. Experten erwarten, dass trotzdem einige der teilnehmenden Banken über den Test stolpern werden. Denn die EZB prüft genau, ob sie die Risiken in ihren Bilanzen richtig bewertet haben. So gibt es beispielsweise zum ersten Mal überhaupt eine einheitliche Definition, wann ein Kredit als „faul“ - sprich ausfallgefährdet - gilt. Sie lehnt sich an die Gepflogenheiten in Deutschland an.

          In einem Punkt kommt die EZB den Banken entgegen: Sie legt bei dem Test für die Zusammensetzung des Eigenkapitals nur die Maßstäbe an, die im kommenden Jahr 2014 gelten - und nicht wie befürchtet die endgültigen Basel-III-Vorschriften, die 2019 in Kraft treten. Damit werden etwa Staatshilfen zum Teil noch anerkannt. Beim Stresstest will sie strenger sein.

          Transparenz ist das vorrangige Ziel

          Die eingehende Überprüfung der Bankbilanzen zum Stichtag 31. Dezember 2013 und der Stresstest der Überlebensfähigkeit in einer Krise soll die Voraussetzungen schaffen, dass die Notenbank im November 2014 die Aufsicht über die wichtigsten Banken des Euroraums übernehmen kann. Mit Ergebnissen der Testreihe sei erst in einem Jahr zu rechnen.

          „Transparenz ist das vorrangige Ziel“, sagte EZB-Präsident Mario Draghi. Die Banken in Europa hätten zwar in den fünf Jahren seit der Finanzkrise schon viel getan, um ihre Bilanzen aufzuräumen und ihre Geschäftsmodelle umzubauen. Sie hätten 225 Milliarden Euro an Kapital aufgenommen und weitere 275 Milliarden Euro an Staatshilfen erhalten. Trotzdem sei an den Finanzmärkten der Eindruck haften geblieben, dass die Bilanzen der Banken nicht transparent genug seien und in ihnen noch unerkannte Risiken schlummerten. „Wir erwarten, dass diese Überprüfung das Vertrauen des privaten Sektors in die Banken der Euro-Zone und in die Qualität von deren Bilanzen stärken wird“, erklärte Draghi.

          In dem dreistufigen Test nimmt die EZB alle Banken unter die Lupe, die in einem Jahr von ihr beaufsichtigt werden könnten - also auch Banken, die womöglich dann doch nicht unter ihre Zuständigkeit fallen werden. Dazu gehören etwa Institute deren Bilanzsumme knapp unter der dafür festgelegten Schwelle von 30 Milliarden Euro liegt. Die Entscheidung, welche Banken tatsächlich unter Aufsicht der EZB kommen, fällt erst im kommenden Jahr auf Basis der Jahresabschlüsse 2013.

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