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Banken : Planspiele um die Landesbank in Mainz

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Die Neuordnung der Sparkassen in Deutschland ergreift auch die LRP Landesbank Rheinland Pfalz in Mainz. Sie soll nach kolportierten Berichten in die Deka-Bank eingehen.

          Die Neuordnung der Sparkassen in Deutschland ergreift auch die LRP Landesbank Rheinland Pfalz in Mainz. Nach einem zum Wochenende kolportierten Plan soll die Landesbank in der Deka-Bank aufgehen, die schon jetzt das wichtigste gemeinsame Institut der Sparkassenorganisation darstellt. Sparkassenpräsident Dietrich Hoppenstedt gilt als der wichtigste Befürworter einer weiteren Stärkung der Deka-Bank, die mit der LRP ihr Fondsgeschäft um weitere Bankfunktionen erweitern und sich in Richtung Spitzeninstitut der deutschen Sparkassen entwickeln könnte. Hintergrund der Umwälzungen in dieser Finanzgruppe ist der weitgehende Wegfall der Staatshaftung in den kommenden Jahren. Diese trifft zunächst gerade die Landesbanken. Sie sind um ihr gutes Rating in den Kreditbewertungsagenturen besorgt. Die LRP ist die zehntgrößte deutsche Landesbank mit einer Bilanzsumme von 70 Milliarden Euro und einem Eigenkapital von 3,4 Milliarden Euro. Die Deka-Bank kommt auf 90 Milliarden Euro Bilanzsumme und ein verwaltetes Fondsvermögen von gut 120 Milliarden Euro.

          Nach einem Bericht der "Börsen-Zeitung" würden die LRP-Eigentümer der Deka-Bank ihre Anteile überlassen und dafür Deka-Anteile erhalten. Dies betrifft die rheinland-pfälzischen Sparkassen mit einer Beteiligung von 50 Prozent, die Westdeutsche Landesbank mit 37,5 Prozent und die Landesbank Baden-Württemberg mit 12,5 Prozent. Wie die Zeitung weiter berichtet, soll auch die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sich dem neuen Verbund anschließen. Hier sind neben den Sparkassen die Länder Hessen und Thüringen mit 12,5 Prozent beteiligt, so daß diese ebenfalls einem Zusammenschluß zustimmen müßten. Die Deka-Bank wiederum gehört je zur Hälfte den Sparkassen und den Landesbanken.

          Als möglicher Zeitpunkt der Neuordnung wird in informierten Kreisen 2005 genannt, wenn die Amtszeit von Klaus G. Adam, des gegenwärtigen Chefs der LRP, altershalber endet. Adam soll schon in diesem Herbst Aufsichtsratsvorsitzender der skandalgeplagten Bankgesellschaft in Berlin werden; er strebt dem Vernehmen nach weitere Aufsichtsratsmandate an. Ob es allerdings tatsächlich zu dem Verbund Deka-LRP-Helaba kommt, steht vorerst in den Sternen. Die Widerstände gegen den Zusammenschluß sind nicht zu unterschätzen. Sie machen sich an den Fragen Rationalisierung und Stellenabbau, Aufwertung der Deka-Bank und des Platzes Frankfurt zu Lasten von Mainz sowie Minderung des Einflusses der Länder Hessen und Thüringen fest. Entsprechend hat schon die hessische Landesregierung ablehnend auf den Plan reagiert. Sie befürwortet als "innerhessisches Verbundkonzept" eine stärkere Kooperation der Helaba mit den örtlichen Sparkassen. Und Hans-Otto Streuber, der Präsident des rheinland-pfälzischen Sparkassen- und Giroverbands, hatte es vor einiger Zeit als "Handicap" bezeichnet, daß das Land an der Landesbank nicht beteiligt sei.

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