https://www.faz.net/-gqe-14e3u

Banken : Oppenheim lehnt Offerte für Investmentbank ab

  • Aktualisiert am

Wenn die Deutsche Bank das Heft übernimmt, will sie auf reiche Privatkunden setzen Bild: AP

Die Privatbank Sal. Oppenheim sucht weiter nach einem Käufer für ihr Investmentbanking. Die Familiengesellschafter des Luxemburger Instituts hätten das Angebot der australischen Bank Macquarie als zu niedrig zurückgewiesen, sagte ein Sprecher.

          2 Min.

          Der Verkauf des Investmentbankings der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim ist vorerst gescheitert. Die Eigentümer des Luxemburger Instituts hätten das Angebot der australischen Investmentbank Macquarie als zu niedrig abgelehnt; sagte ein Sprecher der Privatbank am Dienstag:

          Die Kundenbeziehungen des bald zur Deutschen Bank gehörenden Geldhauses seien von den Australiern nicht angemessen bewertet worden. Den Kreisen zufolge liegt das Angebot klar unter der Eigenkapitalausstattung der Sparte von 200 bis 300 Millionen Euro. „Die Eigner von Sal. Oppenheim wollen die Investmentbank nicht verramschen“, sagte ein Insider nach den Beratungen des Aktionärsausschusses am Montagabend. Ein rascher Verkauf sei nun erst mal nicht in Sicht.

          Die Traditionsbank verhandelt seit Monaten über einen Verkauf des Investmentbankings, an dem die Deutsche Bank kein Interesse hat. Zunächst war der italienische Interessent Mediobanca abgesprungen und nun stehen die Gespräche mit Macquarie vor dem Aus. Es werde zwar noch weiterverhandelt, heißt es in den Finanzkreisen. Die Chancen für eine Einigung seien aber äußerst gering, da die Differenzen zu groß seien.

          Zwist über Preis und Stellenabbau

          Neben dem Preis spielen wohl auch die Stellenabbaupläne von Macquarie eine Rolle für die ablehnende Haltung der rund 40 Eigentümer. Die Australier wollten der mit dem Angebot vertrauten Person zufolge mehr als ein Drittel der 450 Investmentbanker-Jobs abbauen. Zudem wolle Macquarie das Kapitalmarktgeschäft in Deutschland stärker auf Großunternehmen ausrichten. Der Fokus von Sal. Oppenheim liege aber auf mittelständischen Kunden.

          In den nächsten Wochen soll den Kreisen zufolge nun mit den Führungskräften der Investmentbank und Vertretern der Deutschen Bank über die Zukunft des Geschäftsbereichs gesprochen werden. Es gebe zwar weitere Interessenten, aber bislang noch keine richtigen Gespräche. Daher werde die Investmentbank nun vorerst in Eigenregie weitergeführt. Nach dem Verlustjahr 2008 schreibt die von Sal.-Oppenheim-Gesellschafter Dieter Pfundt geleitete Sparte in allen Bereichen wieder schwarze Zahlen. Einem Mitarbeiterbrief Pfundts zufolge erzielte die Investmentbank im Oktober mit einem Bruttoertrag von 26 Millionen Euro das beste Ergebnis seit zwei Jahren.

          Die Deutsche Bank übernimmt für insgesamt 1,3 Milliarden Euro die komplette Privatbank Sal. Oppenheim samt ihrer Töchter. Interessiert ist der Frankfurter Branchenprimus letztlich aber nur an der Vermögensverwaltung des Traditionshauses. Die Deutsche Bank drängt auf einen raschen Verkauf des Investmentbankings, da die Sparte nach dem Kauf dringend benötigtes Eigenkapital bindet. Zugleich will sie aber auch einen angemessenen Betrag aus einem Verkauf erlösen. Die Transaktion soll Anfang nächsten Jahres abgeschlossen werden:

          Weitere Themen

          EU billigt abermals Condor-Hilfe

          Fluganbieter in Not : EU billigt abermals Condor-Hilfe

          Grünes Licht für ein 525-Millionen-Euro-Paket: Die Kommission heilt Mängel einer früheren Freigabe und räumt eine Hürde für die Condor-Zukunft aus. Noch im Juli soll ein Investor einsteigen.

          Topmeldungen

          Krisenmanagement : Was man aus der Katastrophe lernen kann

          Nach der Flut mehren sich Stimmen, die fragen, wie man in Zukunft mit Katastrophen umgehen sollte. Es brauche moderne Tieflader, Bagger und Hubschrauber, sagt ein Krisenmanager. Das Kernthema bleibt aber das Training.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.