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Banken : Frauen in der Zielvereinbarung

Keine Frau im Vorstand von Commerzbank und Deutscher Bank

Keine Frauen gibt es dagegen in den Vorständen der beiden größten Banken des Landes, der Deutschen Bank und der Commerzbank. Auch dem zweiten Führungsgremium der Deutschen Bank, dem sich aus den acht Vorstandsmitgliedern und elf weiteren Führungskräften zusammensetzenden Group Executive Committee, gehört keine Frau an. Das soll sich ändern. Eine Sprecherin des Instituts verweist darauf, dass der Anteil der Frauen im gehobenen Management - dazu zählen Positionen wie Managing Director oder Director - seit 2010 von 16 auf aktuell 18 Prozent gestiegen sei. Der Anteil weiblicher Führungskräfte allgemein, also auch auf Ebenen unterhalb des gehobenen Managements, habe sich in diesem Zeitraum von 29 auf knapp 31 Prozent erhöht. Allerdings verliert die Deutsche Bank mit Charlotte Jones gerade eine Hoffnungsträgerin. Die Britin wechselt zu Credit Suisse nach London.

Die Commerzbank kommt im unteren Management auf einen Frauenanteil von 30 Prozent. Gemessen an der Belegschaft, die zur Hälfte aus Frauen besteht, ist das wenig. Noch seltener sind Frauen im mittleren und oberen Management. Personalvorstand Ulrich Sieber kündigte im Dezember an: „Das werden wir in Zukunft ändern.“ Ein erster Schritt war die Berufung von Annette Messemer, die seit Februar Bereichsvorstand in der Kapitalmarktsparte ist und dort die Kundenbetreuung mit 80 Mitarbeitern verantwortet. Während Personalberater die Qualitäten Messemers loben und sie als Kandidatin für Höheres handeln, so lassen sie doch auch durchblicken, dass ihnen manch andere Beförderung weniger geeignet erscheint.

„Es gibt einen Missstand, der behoben werden muss“, sagt Andreas Halin. „Aber je schneller die Korrektur, desto größer ist die Gefahr, zu sehr auf das Frauen-Kriterium zu schauen.“ Anders als in Industrieunternehmen seien in Banken wegen der komplexen Sachverhalte Quereinstiege kaum vertretbar. Eine ähnlich große Herausforderung wie die Beförderung von Frauen ist es, die Managerinnen auch auf Dauer in der Branche zu halten. Der Stresspegel im Finanzgewerbe gilt als höher als anderswo, der Umgangston als rauher. Frauen seien anders als Männer nicht gewillt, sich damit auf Dauer abzufinden, berichten Berater immer wieder.

Die wohl prominenteste Aussteigerin ist Dorothee Blessing, die Ko-Leiterin Investmentbanking von Goldman Sachs in Deutschland. Die Ehefrau von Commerzbank-Chef Martin Blessing kündigte kürzlich zur allgemeinen Überraschung ihren Abschied an. Manche trauen ihr ein Vorstandsmandat in einem Dax-Konzern zu. Dass es ein Leben jenseits des Investmentbankings gibt, hat Dagmar Kollmann vorgemacht. Die ehemalige Morgan-Stanley-Deutschland-Chefin ist heute unter anderem Aufsichtsrätin bei der Deutschen Telekom und Mitglied der Monopolkommission.

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