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Banken-Diskussion : Deutsche Bank: Aufsichtsrat fordert Gehaltsdeckel für Banker

  • Aktualisiert am

Werner Wenning war bis 2010 Vorstandsvorsitzender von Bayer. Bild: AP

„Kein Manager muss zweistellige Millionenbeträge verdienen“, findet Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Werner Wenning. Damit meint er auch die Investmentbanker.

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          Die Investmentbanker in der Deutschen Bank müssen sich laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung auf weitere Angriffe gegen ihre Privilegien einstellen. Im Konzern formiert sich demnach ein Lager, das eine Obergrenze für Boni fordert. „Es ist nötig und richtig, Gehaltsexzesse zu stoppen“, sagt Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Werner Wenning der Sonntagszeitung. „Da lief manches aus dem Ruder.“

          Die Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen haben bereits Einschnitte vorgenommen und die Deutsche Bank zum „Vorreiter eines Kulturwandels“ ausgerufen. Die bereits verkündeten Maßnahmen gehen Aufsichtsrat Wenning freilich nicht weit genug. Fixe Obergrenzen für variable Gehaltsbestandteile sollten nach seiner Ansicht eine Selbstverständlichkeit sein: „Ich bin für Caps“, sagt der ehemalige Bayer-Chef der F.A.S.

          „Kein Manager muss zweistellige Millionenbeträge verdienen“

          Eine konkrete Zahl nannte Wenning nicht, wohl aber eine Näherung: „Kein Manager, auch kein Investmentbanker, muss zweistellige Millionenbeträge verdienen.“ Das Argument, die besten Talente würden dann weglaufen, lässt er nicht mehr gelten: „Die Welt hat sich verändert, auch das Investmentbanking. Überall werden Stellen und Boni gestrichen. Der Wettbewerb ist kein Grund mehr, mit astronomischen Boni zu locken.“

          Ins gleich Horn stößt die Gewerkschaft Verdi, die in der Deutschen Bank seit deren Übernahme der Postbank an Einfluss gewinnt. Verdi-Vorstandsmitglied Beate Mensch sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Es muss das Ziel sein, zu einer Obergrenze von Boni zu kommen, um eine Verhältnismäßigkeit zwischen den Managergehältern und den Einkommen der Arbeitnehmer herstellen und wahren zu können.“

          Am kommenden Mittwoch fällt innerhalb des Arbeitnehmerlagers die Vorentscheidung, ob sich - wie allseits vermutet - Verdi-Chef Frank Bsirske durchsetzt mit seinem Streben in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Als Freund hoher Banker-Boni ist Bsirske noch nie aufgefallen.

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