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Bank unter Druck : Gabriel sieht enorme Herausforderung für Deutsche Bank

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Sigmar Gabriel äußert sich abermals zur Deutschen Bank. Bild: dpa

Der Bundeswirtschaftsminister hat sich abermals zur Lage der Deutschen Bank geäußert. Der Finanzminister schickt eine Spitze in Richtung IWF. Und die Scheichs beteuern ihre Verlässlichkeit.

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          Erst vor kurzem hatte sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Spitze gegen die Deutsche Bank nicht verkneifen können, jetzt hat er sich abermals zur Lage des Geldhauses geäußert: Die Deutsche Bank steht nach seinen Worten angesichts ihrer bisherigen Geschäftsmodelle und des Rechtsstreits in den Vereinigten Staaten vor einer „enormen Herausforderung“. Dies sei offensichtlich, sagte der Vizekanzler am Freitag in Berlin. „Dass der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank angekündigt hat, die Geschäftsmodelle der Deutschen Bank zu verändern, zeigt ja, dass die Deutsche Bank auf dieses Risiko reagieren will.“

          Eine konkrete Risikoeinschätzung zu dem Institut habe die Regierung allerdings nicht. Zur Frage, ob es notfalls Staatshilfen für die Deutsche Bank geben sollte, sagte der SPD-Chef: „Ich halte nichts von Spekulationen zu Dingen, die nicht anstehen." Es sei völlig klar, dass die Regierung Interesse daran habe, „dass die Deutsche Bank wieder ein stabiles Kreditinstitut wird, das national und international erfolgreich ist“.

          Auf einer Reise nach Teheran hatte sich Gabriel jüngst mit Kritik zum Geschäftsmodell der Deutschen Bank geäußert: „Ich wusste nicht, ob ich lachen oder wütend sein soll, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer von Spekulanten erklärt“, hatte er gesagt.

          IWF hatte Anpassungsbedarf bescheinigt

          Auch der IWF-Experte Peter Dattels hatte dem größten deutschen Bankhaus am Vortag Anpassungsbedarf bescheinigt und die Frage aufgeworfen, ob ihr Geschäftsmodell für die Zukunft trägt. Die geschäftsführende Direktorin des Währungsfonds, Christine Lagarde, sagte, der Fonds habe in seinem Bericht zur globalen Finanzstabilität die Deutsche Bank nicht mit einem Wort erwähnt. In einem Fernsehinterview wiederholt sie aber im Grundtenor diese Sicht. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble merkte daraufhin, nach einem Kommentar zur Deutschen Bank gefragt, nur süffisant an, Kommentare zu deutschen Banken überlasse er dem IWF.

          Der Deutschen Bank droht in den Vereinigten Staaten eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (aktuell gut 12,5 Milliarden Euro) in Vergleichsverhandlungen um Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Die Bank hatte sich zwar entschlossen gezeigt, die Summe noch erheblich zu drücken. Dennoch sind Anleger verunsichert, die Aktie stürzte Ende September unter 10 Euro und damit auf ein Rekordtief, hat sich seither aber wieder etwas erholt. Die Befürchtung ist groß, die Rückstellungen des Dax-Konzerns könnten für die drohende Strafzahlung nicht reichen - zumal der Fall in Amerika nicht die einzige juristische Baustelle ist.

          Der „Spiegel“ berichtete vorab aus seiner neuesten Ausgabe von einem Lichtblick: Die Deutsche Bank könne auf weitere Unterstützung ihres größten Aktionärs, der Herrscherfamilie des Emirats Katar, hoffen. DieScheichs erwägen demnach, gemeinsam mit anderen Investoren ihren Anteil auf bis zu 25 Prozent aufzustocken. Die Herrscherfamilie Al-Thani aus dem Golfstaat hat über zwei Investmentvehikel Zugriff auf knapp zehn Prozent der Deutsche-Bank-Anteile.

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